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Seite erstellt am 25.6.22 um 21:22 Uhr
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Verfasser: bjoerny
Datum: Mittwoch, den 26. November 2008, um 21:37 Uhr
Betrifft: Die Bedeutung der Bibel für das Christentum gegenüber anderen Büchern

Hey,

du hast recht gut verstanden, was ich geschrieben habe, allerdings muss ich noch einiges ergänzen, damit du mich nicht missverstehst.

> Also, wenn ich recht verstehe, widersprechen sich die beiden Bücher (Bibel und BoM) weniger des Inhaltes wegen sondern allein bereits dadurch, daß es außer der Bibel kein schriftliches und verbindliches Zeugnis Gottes geben kann.

Schriftliche Zeugnisse über Gott kann es außerhalb des biblischen Kanons durchaus geben. Der Rahmen jedoch, in dem eine Lehre begründet wird, muss sich auf den biblischen Kanon berufen und auf keinen anderen. Beispiel: Ursprünglich, das ist aus Briefen der Kirchenväter erkennbar, gab es fünf Korinther-Briefe. Nur zwei von ihnen haben Eingang in die Bibel gefunden. Die übrigen sind verschollen. Wenn wir sie heute finden würden, könnten wir aus ihnen gewisse Rückschlüsse ziehen darüber, was die ersten Christen gelehrt und geglaubt haben (vorausgesetzt, wir finden in den Briefen etwas, was sich sonst nirgends in der Bibel findet).

Trotzdem wären diese Briefe keine Lehrautorität, da sie nicht zu dem Kanon gehören. Sie können weder dem Kanon zugerechnet werden noch mit ihm auf eine Stufe gestellt werden. Sie enthalten wichtige Informationen, können aber nicht zur Begründung einer bestimmten Lehre herangezogen werden. Das ist nur mit dem ein für allemal feststehenden biblischen Kanon möglich.

> Wenn das Christentum, wie Du sagst, keine außerbiblischen Offenbarungen zuläßt, wird man sich also auch in tausend Jahren noch mit den 66 Büchern der Heiligen Schrift zufriedengeben?

Genau das bedeutet es. Andere Bücher werden zwar anerkannt (insofern sie der Bibel nicht widersprechen), doch um Lehren festzulegen, muss man sich auf den Kanon des Alten und Neuen Testaments berufen. (Eine Ausnahme ist beispielsweise die römich-katholische Kirche, die neben der Bibel alle kirchlichen Überlieferungen, die aus der Hand anerkannter römich-katholischer Heiliger stammen, als inspiriert und verbindlich anerkennt.)

> Und was geschähe, wenn ergänzende Schriften hinzukämen? Ich meine solche, deren Authentitzität aus der frühen Zeit des Christentums unanfechtbar wäre?

Siehe oben stehende Erläuterung.

> Die Bibel ist also irreversibel unveränderlich und steht für immer einzig und allein für das Christentum?

Die Bibel ist zumindest die einzige Lehrgrundlage (oder sollte es jedenfalls sein) und in allen ihren Lehren für den christlichen Glauben absolut verbindlich.

Liebe Grüße
Björn;-)

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