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Verfasser: bjoerny
Datum: Dienstag, den 25. November 2008, um 0:17 Uhr
Betrifft: Wer sie sind ...

> Was glauben die Siebenten-Tags-Adventisten denn eigentlich so, grob umrissen?

Okay, im Folgenden stelle ich kurz und bündig die Geschichte und die wichtigsten Lehren der Siebenten-Tags-Adventisten dar.

Der Adventismus ist ein Zweig des Protestantismus, der auf eine Erweckungsbewegung in den USA zurückgeht. Damals hatte der baptistische Prediger William Miller (1782–1849) aus der Bibel versucht, den Zeitpunkt der Wiederkunft Christi zu errechnen. Er ermittelte mithilfe der biblischen Zeitrechnung tatsächlich ein Datum (1844), übersah dabei jedoch, dass sich die prophetische Aussage, auf die er sich bezog, auf ein himmlisches Ereignis bezieht, nicht auf Christi Wiederkunft. Nach der sehnlichst erwarteten, aber 1844 ausgebliebenen Wiederkunft Christi entstanden aus dieser Adventbewegung vereinzelte Gemeinden, die sich einem gründlichen Bibelstudium widmeten. Im Jahr 1863 wurde die Gemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten gegründet, die bis heute synodal geleitet wird. Die Weltkirchenleitung hat ihren Sitz in Washington, D. C.

Eine einflussreiche Person in der Geschichte der Gemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten war Ellen G. White (1827–1915), die den Gläubigen als Botin des Herrn gilt. Grundlegende Glaubensinhalte der Gemeinschaft sind die Heiligung des Sabbats als siebenten Tag der Woche (verankert in den Zehn Geboten, siehe Exodus 20, 8–11), ein methodisches Bibelstudium, die Praxis der Erwachsenentaufe, welche als bewusst vollzogener Akt des persönlichen Bekenntnisses angesehen wird, ein strenges Ordnungsdenken (Speisegesetze), stark ausgeprägte missionarische Aktivitäten und ein Endzeitbewusstsein. Nach adventistischem Verständnis betrat Christus 1844 das „Himmlische Heiligtum“ und leitete dort das so genannte „Untersuchungsgericht“ ein. Die Gemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten versteht sich als reformatorische und biblische Endzeitgemeinde. Die Zahlung des Zehnten wird befürwortet, nicht zwingend gefordert. Die wichtigste Lehre der Siebenten-Tags-Adventisten ist die Versöhnung des Menschen mit Gott allein aufgrund des Sühnopfers Christi. Sie verstehen die Rechtfertigung aus Gnade allein mittels des Glaubens im reformatorischen Sinn.

Kennzeichnend für die Gemeinschaft sind ein starkes soziales Engagement und humanitäre Einrichtungen. Weltweit gibt es ca. 5800 Bildungseinrichtungen und etwa 500 Krankenhäuser, Kliniken und Sanitätsstationen der Gemeinschaft. Prediger werden an theologischen Hochschulen und eigenen Ausbildungsstätten auf ihre Tätigkeit vorbereitet.

Ganz liebe Grüße
Björn

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