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Verfasser: Utnapischtim
Datum: Montag, den 16. Februar 2015, um 19:04 Uhr
Betrifft: Religiöse Kosmologien als Sinnverstärker und Apologetik

>... und aus dem Konzept kann dann schon mal  eine fundamentale Doktrin bis hin zum Absolutheitsanspruch werden.

Dieser Prozess entsteht im Grund aus dem (Wunsch-)Denken den Ursprung des Seins zu verstehen. Daraus bilde(te)n sich religiöse Kosmologien. Das sind Religionssysteme die auch ein Staat sein wollen. Eben etwas sehr Allumfassendes, wo sich der Suchende eingebettet fühlt. Der Katholizismus hat Dank der Aufklärungsepoche damit versagt. Aber "Kopien" und dazu zähle ich den (ich nenne ihn mal) mystischen Mormonismus, mit der angebotenen Ganzheit aus dem Dies- und Jenseits, setz(t)en diesen Wahnsinn fort. Und wenn das alles noch so eine pure Erfindung ist, ist es das was suchende Menschen anzieht und vereinnahmt, wenn sie nicht schon vorher gelernt haben mit solchen Inhalten (selbst)kritisch umzugehen.

In diesem Sinne den Mormonismus zu beschreiben, ist eine sehr aufwändige Angelegenheit. Dazu fehlt mir die Zeit...

>Aber weshalb die Archäogenetik ausgerechnet  die Apologeten in Hochform versetzte, verstehe ich nicht so ganz.

Die Archäogenetik ist ein mächtiges Werkzeug, die alle erzittern lassen, die sich von Gott ernannt fühlen um Prophezeiungen auszusprechen und in den ach so Heiligen Schriften Einzug finden.

Wehe, die Archäogenetik entdeckt Lücken in den dogmatischen Inhalten von Glaubenssystemen (es wird auch in der Wissenschaft vieles nur geglaubt!), dann will man auf Teufel komm raus, an den Offenbarungen festhalten. Also müssen dafür die Apologeten alles versuchen, mittels Umdeuten (Schriftstellen abändern) die Diskrepanz zwischen Glaubensinhalten und wissenschaftlichen Erkenntnissen ( so es denn auch welche sind) zu verkleinern.

Gegen Apologetik ist dann nichts einzuwenden, wenn sie von neutraler Seite stattfindet. Ist sie aber ein Teil des Glaubenssystems ist sie positivistisch (wissenschaftlich unglaubwürdig) und widerspricht in vollem Umfang gegen das Prinzip der modernen Erkenntnis/Wissenschafts-Theorie (Popper).

Darum fällt mir ja auch auf, dass die LDS-Apologeten sich letztlich auf den Glauben fixieren. Logo, etwas anderes haben sie nicht zu bieten.

>Und außerdem hat die Archäogenetik den Ursprung des Homo Sapiens bis nach Afrika vor ca. 200.000 Jahren zurückverfolgen können.

Richtig, allerdings nur eine dieser Migrationen, wie ich mal gelesen habe. Aber das wird sich noch ändern. Es ist halt verdammt schwierig, aus den Mitochondrien von alten Kochenzellen brauchbares DNA-Material zu extrahieren. Mein allergrösster Respekt vor denen, die sowas können.

>Hast du schon mal was von David Eagleman gelesen?

Nein.

PS.: Aus Zeitgründen muss ich ab jetzt wieder kürzer treten hier im Forum. Ich lese gelegentlich mit. Aber Antworten in diesem Umfang ist erst wieder später vereinzelt möglich.

Gruss
Utnapischtim

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