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Verfasser: Renate
Datum: Mittwoch, den 24. November 2004, um 14:59 Uhr
Betrifft: Das Christentum - eine jüdische Sekte

Ich habe niemals davon gehört, dass Christen Tempel verwendet haben. Der Tempel in Jerusalem gehörte zu den Juden und hatte nichts mit den Christen zu tun. Die Tempel der HLT-Mormonen haben ja eigentlich auch nichts mit dem Christentum zu tun, da es sich bei den Mormonen nur vordergründig um eine christliche Glaubensgemeinschaft handelt. Mal abgesehen davon, ist das Christentum auch nichts anderes als eine jüdische Sekte.

Dazu empfehle ich die Bücher von dem jüdischen Religionswissenschaftler Pinchas Lapide zu lesen. (Leider ist an die nicht mehr so einfach heranzukommen, aber sie sind sehr interessant und helfen sehr die Bibel besser zu verstehen und mit anderen Augen zu lesen). Hier ein Auszug aus seinem Buch "Er predigte in ihren Synagogen -Jüdische Evangelienauslegung":

Wer die Evangelien heute in Jerusalem vorurteilslos zu lesen vermag, wird bald gewahr, daß es sich hier um eine Urkunde jüdischen Glaubens handelt, die von gläubigen Juden, vorerst für gläubige Juden, über Juden verfaßt worden ist. Anders gesagt: Juden waren seine ersten Autoren, Juden sein erstes Zielpublikum und wiederum Juden sein hauptsächlicher Gegenstand. Keine spätere Verfremdung und redaktionelle Umschreibung kann dieses Evangelium seiner drei jüdischen Grundsäulen berauben. [...] Wer als Jude sich in dieses NT vertieft, bemerkt nach einiger Zeit eine siebenfache Kontinuität, die dieses Schrifttum unzertrennlich an die jüdische Bibel schmiedet. Nicht so sehr eine Kontinuität der Theologie ist es, obwohl auch hier die Konvergenz die Divergenzen bei weitem überflügelt, sondern hauptsächlich eine nahtlose Kontinuität jüdischer Hoffnungskraft, jüdischem Schöpfungsoptimismus, jüdischer Endzeiterwartung, prophetischen Heilsuniversalismus, jüdischen Ethos und jüdischer Moralität, totalen jüdischen Gottesvertrauens, jüdisch-messianischer Ungeduld - und nicht zuletzt: jüdischen Leidens und Martyriums. Diese Kontinuität kann auch rein quantitativ bewiesen werden. Wer mit einer Schere aus dem NT alle 452 Stellen und Zitate, die aus dem AT stammen, herausschneiden würde, dem bliebe eine fragmentarische Rumpfschrift in der Hand, die kein Mensch als fortlaufenden Bericht entziffern könnte.

So jüdisch ist der Mutterboden, so hebräisch ist die Grundstruktur aller vier Evangelien.

Und wer vor seinen jüdischen Augen noch eine hebräische Brille trägt, der merkt bald, warum das Griechisch des neutestamentarischen Textes oft so schlecht ist. Die hebräische Vorlage, die seit den Tagen des Kirchenvaters Hieronymus verschollen ist, schimmert auf fünf verschiedenen Ebenen deutlich durch.

Quelle: Pinchas Lapide: "Er predigte in ihren Synagogen -Jüdische Evangelienauslegung" ( 6. Auflage 1991 - Gütersloher Taschenbücher - ISBN 3-579-01400-5 )

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