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Verfasser: ralf2105
Datum: Mittwoch, den 24. November 2004, um 18:31 Uhr
Betrifft: Das sehe ich anders....

Die "normale" Christenheit geht davon aus, daß Gott die Menschen -und jeden Einzelnen- liebt, und zwar ohne Vorbedingungen und Normen. Aus dieser Liebe heraus ist Jesus für die Menschen gestorben - nicht weil sie Bedingungen erfüllt haben, sondern weil sie "bedingungslos" geliebt wurden und werden.

Wenn Du kleine Kinder hast, dann weisst Du, daß sie Dich lieben, wenn Du Dich um sie kümmerst. Sie folgen Dir nicht aus Zwang, sondern aus Liebe. Die Regeln, die Du setzt, halten sie ein, weil sie Dir vertrauen, und nicht, weil sie sich etwas erdienen wollen.
Wenn die Kinder größer werden und eigene Wege gehen, werden sie, wenn die Erfahrungen der frühen Jahre positiv waren, weiter auf Dich hören und Deinen Rat annehmen.  Und irgendwann, wenn sie selbst Kinder haben, werden sie Dich verstehen und in gewissem Rahmen Deinem Beispiel folgen.

Mormonen gehen den anderen Weg:
Für sie ist die Liebe Gottes nicht einfach da, sondern sie muss erdient werden - jeden Tag auf’s Neue. Gebote müssen gehalten werden, Versammlungen besucht und Schriften studiert werden, damit der Einzelne ein Leben führt, daß dem Herrn angenehm ist. Andernfalls muss er damit rechnen, daß die Liebe Gottes nicht ausreicht für ihn und er keinen Platz im Celestialen Reich bekommt.

Der Satz des Paulus, nämlich "daß wir zuerst geliebt wurden", hat in der mormonischen Glaubenswelt keinen Bestand. Das Bild eines Vaters, der seine Kinder ohne Bedingungen liebt, ist für Mormonen nur schwer zu verstehen, weil Gott für sie der Urheber eines Planes ist, dem sich alle Menschen unterwerfen müssen, um sich die Liebe Gottes und die Erhöhung zu verdienen.

Das Neue Testament spricht von der Liebe, die Gott den Menschen entgegen bringt und sie so zur Umkehr und Besserung führt.
Das Buch Mormon geht den umgekehrten Weg: "Denn wir wissen, daß wir aus Gnade erlöst werden - nach allem, was wir tun können".

Du musst also nicht irgendwelche Regeln halten, weil Du daran glaubst.

Wie wäre es, wenn Du dem Gotteswort folgst, weil Du Dich von Gott geliebt fühlst, oder wie Paulus es ausdrückt, "von ihm erkannt worden bist?"

Gruss,

Ralf

 

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