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Verfasser: Renate
Datum: Mittwoch, den 18. Februar 2004, um 19:41 Uhr
Betrifft: Die Bibel als Maßstab?

>Das soll jetzt nicht heißen, dass ich an die Richtigkeit der Bibel glaube, sondern ich meine, dass man hier erwartet, dass sich die Kirchen (auch der Islam) von ihrem biblischen Fundament abwenden.

Was hier aufgezeigt werden soll ist, dass man eben nicht der Bibel und ihren Auslegungen blindlings Glauben und Gehorsam schenken soll. Das funktioniert ganz einfach, wenn man mal die Bibel kritisch betrachtet.

Was ist die Bibel? Eine willkürliche Zusammenfassung von alten Schriftstücken. Das liest sich jetzt vielleicht etwas respektlos wenn man bedenkt, welchen Einfluss die Bibel seit gut zwei Jahrtausenden auf unsere Kultur hat. Trotzdem, es entspricht den Tatsachen und für mich spielt das auch keine Rolle, ich kann da völlig neutral herangehen, denn ich habe ihren Ursprung studiert und somit hat sie für mich die Unantastbarkeit verloren. Das auch deshalb, weil es für mich nichts Unantastbares mehr gibt, seit ich die Welt mit den Augen eines involvierten Beobachters betrachte und versuche sie zu analysieren. Das nur so nebenbei.

Die "Bibel" - eigentlich eine Schriftensammlung aus dem Zeitraum 1200 - 722 v. Chr. ist eine Mischung aus Legenden und Geschichte. Sie spiegelt auf jeden Fall die Werte und Vorstellungen der Zeit wieder, in der die einzelnen Schriftrollen verfasst worden sind, und auch die sind (zumindest im A.T.) nur Aufzeichnungen alter Überlieferungen, die man sich ursprünglich von Generation zu Generation an Lagerfeuern erzählt hatte. Wie alt diese Legenden tatsächlich sind, kann niemand erahnen. Aber auch die ersten schriftlichen Aufzeichnungen des sogenannten Neuen Testamentes sind frühestens zwischen 60 und 70 n. Chr. aufgeschrieben worden. Das bedeutet - kein einziger Bericht wurde von einem Augenzeugen der Ereignisse um Jesus geschrieben.

Weshalb also sollte man allein aufgrund dieser Tatsachen der Bibel so viel Gewicht beimessen? Entscheidend sind für mich persönlich immer noch unser Gewissen, unsere Erfahrung und unsere Erkenntnisse, denen ich auf jeden Fall den Vorrang geben würde. Es wäre ein gewaltiger Rückschritt, würde ich mich an der Lebenseinstellung von Menschen orientieren, die über 3000 Jahre vor mir gelebt haben. Es wäre auch wider die Natur und ziemlich dumm.

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