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Verfasser: Linny
Datum: Freitag, den 5. April 2013, um 11:38 Uhr
Betrifft: Ganz gleich

wer jetzt angefangen hat, Du legst deine Gründe schon so dar, dass man sie als Angriff werten kann.
Ich finde dein Bild über Christen auch echt angreifend. Du weist doch überhaupt nicht, warum ich oder der Exbischof Christen sein wollen, oder?
So, dann lass ich mal die Hosen runter:
Ich brauche ein höheres Wesen um mich nicht in einen Luftschutzbunker zu vergraben und abzuwarten bis dies schreckliche Leben vorbei ist. Ich bin ein sehr gefühlvoller Mensch. Es ist für mich nicht möglich an der Strasse lang zu gehen und jeden Bettler, Drogensüchtigen oder Musiker zu übersehen. Mir bricht jedes mal das Herz. Wenn ich für diese Menschen nun Bete, gebe ich die Verantwortung an ein höheres Wesen weiter. Mag sein, dass es jetzt klingt, als könnte ich keine Verantwortung tragen. Meine Kraft genügt für mich und mein Umfeld (Kinder, Ehemann, Nachbarn, Freunde) Leider kann ich nicht die Ganze Welt retten. Also setzte ich mein Vertrauen in jemand der das kann.

Abtreibungen finde ich tatsächlich auch schrecklich. Ich kann verstehen, dass es Situationen gibt, in denen man ein Kind nicht ertragen könnte. Vergewaltigung zum Beispiel. Als ich das erste Mal Schwanger war wusste ich erst noch nichts davon, spürte aber, dass sich schnelle Spaziergänge im Unterleib anstrengender anfühlten, als vorher. Da klopfte quasi ein kleines Leben "Hallo, ich bin auch noch da, mach langsam". Christentum hin oder her, für mich ist so ein Würmchen schon am ersten Tag ein Mensch, ein kleines Baby und wertvoll. Mein Zweites hab ich verloren. Es war nur acht Wochen alt. Beim Frauenarzt sah ich, wie die Ärztin nach einem Herzschlag suchte, mir nicht sagen wollte, dass da keiner war, was ich selbst aber sehen konnte. Sie hatte noch nichts gesagt, da liefen mir schon die Tränen runter: "Es ist Tod, oder?" fragte ich. Die Ärztin nickte nur.
Eigentlich heule ich nicht in der Öffentlichkeit, aber ich ließ meinen Gefühlen freien lauf. Zur Ausschabung redete ich nur davon, dass mein Baby tod wäre, während die Ärzte mein Kind dauernd auf Embryo im Frühstadium reduzierten. Da dies öfter vorkommt belächelte man das als nicht so tragisch. Aber für mich war und ist es das. Ich habe meine Maus schon mit meinem Großen spielen sehen, wollte wissen welche Augenfarbe es bekäme.
http://www.myvideo.de/watch/6520342/Flipsyde_Happy_Birthday
Dies Lied beschreibt meine Gefühle ganz gut.
Christ sein hin oder her, das ist ein schweres Thema! Schwule entscheiden sich für ihr leben, da habe ich keine Kritik. Aber ein abgetriebenes Baby bekommt keine Chance, kein Mitspracherecht, ob es leben möchte oder nicht.
Als ich mit meiner kleinen schwabger war, wollte die Ärztin und auch die Hebamme mir einen neuen Mutterpass geben, um nicht mehr an die Fehlgeburt zu denken. Ich wollte aber meinen PAss behalten, denn mein totes Baby gehört genauso zu mir, wie meine Lebenden. Es gehört zu meiner Biographie und ich will es nicht vergessen! Im Grunde ist doch nichts schlechtes daran bedacht an so ein Thema zu gehen oder?
Und ich verstehe, dass ein ungewolltest Kind vermutlich ein mieses Leben hätte! Weil die Bezugsperson das kleine gar nicht lieben könnte. Ich kann eine Abtreibung schon verstehen, ABER man muss bedacht mit sowas sein. Ich finde es echt mist, wenn man Leichtfertig über Leben entscheidet. Man kann auch nach dem Sex die Pille danach nehmen, wenn man nicht sicher ist, ob die Verhütung funktioniert hat, man muss nicht warten, bis das kleine Leben schon begonnen hat..

So, nochmal zum Christentum zurück, du weist nicht, warum der Exbischof das glauben möchte. Wenn er aufgeklärt werden will, kann er sich Infos doch suchen, so wie er es über den Mormonismus tat, oder?

>Ich habe niemanden angegriffen, sondern nur die Ursprünge von Ostern dargebracht, und erklärt, warum ICH keine Christin sein kann/werde.
>Davon schien Ex-Bischof sich persönlich angegriffen gefühlt zu haben, und seine verbalen Entgleisungen begannen.

Naja, es wurden ja schon nur "Frohe Ostern" gewünscht. kann schon sein, dass du nur aufklären wolltest, aber es hörte sich für mich an, als würde man dir einen Blumenstrauß schenken und du sagst "du Mörder, willst du mich vergiften, ich bin allergisch" Obwohl die Blumen=der Gruß ja nur lieb gemeint war....

>Warum konnte er keine Fragen (in privaten Emails) an mich stellen, um meine Beweggründe besser nachvollziehen zu können?
>Dann wäre all der Stress nie entstanden!
Du weist doch gar nicht wo der Exbischof im Leben steht, was ihn verletzt, womit er zu kämpfen hat. Nicht bei jedem Wunden Punkt kann man gelassen reagieren, bei manchen brüllt man halt auch Schimpfworte...Nicht weil man generell unverschämt ist, sondern weils einfach so weh tut, dass man sich nicht mehr im Griff hat.

Liebe Grüße Linny

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