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Verfasser: Nyu
Datum: Mittwoch, den 20. April 2005, um 16:05 Uhr
Betrifft: schwierige Frage

zumindest schwieriger zu beantworten als als ich es mir selber wünschen würde, weil Anspruch und Wirklichkeit in der Kirche in weiten Kreisen stark auseinandergehen.

Dennoch werde ich versuchen, einige Punkte zusammenzufassen, die die christliche Welt meines Erachtens in weiten Teilen vermisst.

1. Authentizität: Durch die höchst besondere Geschichte der HLT Kirche hat sie eine eigene religiöse Tradition entwickelt, die ihr Authentizität verleiht. Die hunderten von protestantischen Sekten vermissen diese Form von Authentizität, wie ich finde. Wenn man mal alte Konferenzaufnahmen von Joseph Fielding Smith oder Lorenzo Snow hört, wird vielleicht nachvollziehen können, was ich meine - da schwingt auch noch mehr Charisma in den Ansprachen mit.

2. Gottesbild: das mormonische Gottesbild bleibt nicht fest umrissen, aber dennoch fest genug, um sich auf Gesetzmässigkeiten theologisch verlassen zu können. Das Verhältnis von Gnade zu Gereichtigkeit zu Konsequenzen sind inhaltlich stimmig und nicht wiedersprüchlich.

(Einschub:
Nicht nur im Punkt des Gottesbildes hat die Kirche eigentlich sehr viel weniger Antworten die meisten Priestertumsführer sich eingestehen wollen. Der Buddhismus und auch der Hinduismus z.B. haben das "ich weiss nicht" für sich als Weisheit entdeckt. In der HLT-Kirche sind die "Brethren" viel zu schnell mit Antworten zu Fragen dabei, für die sie weder die Weisheit noch die Informationen haben, um richtige Antworten zu bieten. Hier fehlt die Erkenntnis, dass eine Wahrheit nicht dadurch schwächer wird, nur weil sie mehrere Facetten hat.)

3. Priestertum: die Ausübung der mormonischen Priestertumsvollmacht richtet sich nach LuB 121:36ff - in der Theorie. Wenn diese Verse richtig verstanden und gelebt würden, dann bliebe kein Raum für patriarchalisches Machtgehabe, sondern man hätte tatsächlich einen wahren Kern göttlicher Vollmacht. Hier kann, muss aber nicht, der Anspruch und die Wirklichkeit tatsächlich auseinandergehen.

4. Tempel: die Tempelriten sind in ähnlicher Form sehr viel älter als Joseph Smiths Freimaurertum. Waschungen, Salbungen und Unterweisungen in Progressionsgraden, die als heiligste Verordungen nur Eingeweihten zugänglich sind kommen auch in anderen Glaubensbekenntnissen vor - nicht aber im Protestantismus, wohl aber z.B. in der christlichen Mystik, dem Hinduismus, dem Buddhismus und der Kabbalistik. Ich habe das hier schon einmal erwähnt. Ich halte solche Riten und Bündnisse für mehr als sinnvoll. In ihnen wird der Impuls des Menschen befriedigt, sprichwörtlich den Berg Zions zu besteigen.

Das sind für mich die Punkte, die die Christenheit z.T. vermisst.
Dass bei der mormonischen Glaubenspraxis diese Punkte mit vielen Wenns und Abers versehen werden können und dass es andere Punkte gibt, die auch grundsätzlich kritikwürdig sind, möchte ich nicht unerwähnt lassen.

Henning

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