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Verfasser: Nyu
Datum: Dienstag, den 5. April 2005, um 13:24 Uhr
Betrifft: re, Dein Rat

Hallo Renate,

mir war Dein Rat in der Zeit immer sehr wichtig und respektiert.
Ich möchte gerne einmal auf Deine Aussagen eingehen. Allerdings kann ich Deine ersten beiden Absätze komplett unterschreiben. Ich finde mich da sehr genau wieder.
Dieses Sitzen zwischen den Stühlen kostet Nerven.

Ab und zu empfehle ich meinen Kandidaten, vor einer Entscheidung zwischen zwei Jobangeboten eine "Entscheidungsmatrix" zu erstellen und die knapp 12 bis 20 die Entscheidung beeinflussenden Kriterien z.B. in Form einer Excel Tabelle aufzuschreiben und die einzelnen Punkte zu gewichten.
Welche Alternative am Ende die meiste Punktzahl erreicht, hat gewonnen.
(Manch einem würde ich so ein Vorgehen vor allem bei der Partnerwahl empfehlen:-D )
Keine Ahnung, ob sowas auch bei der Religionssuche zieht. Wohl eher nicht. Bei einer "Entscheiungsmatrix" ist das Bauchgefühl schwer zu gewichten, muss aber mit einbezogen werden, weil ein solches Entscheidungstool sonst nicht die Arbeit wert ist, die man da rein steckt oder gesteckt hat.

Jetzt zu Deinen Aussagen:

> irgendwie finde ich es nicht so gut, wenn du dir jetzt Stress machst und eine Entscheidung erzwingen willst, auch weil ich denke, dass du noch lange nicht mit der Kirche abgeschlossen hast.

Dazu komme ich noch.

> Vor nicht so langer Zeit hattest du hier im Forum geschrieben, dass du sie im Kern noch für wahr hältst und eben Menschen im Laufe der Zeit vieles verfälscht oder missverstanden hätten.

Hugh Nibley (man kann von ihm halten, was man will) hat in seinem Buch "Brother Brigham Challenges The Saints" ein Bild des Priestertums gemalt, das ich voll unterschreiben kann und für richtig und wichtig halte. Wenn man ihn darin ernst nehmen soll, dann bedeutet das, zuende gedacht, dass man sehr tief boren muss, um an die richtige Anwendung des Priestertums zu gelangen. Nibley kritisiert die gesamte Mormon Community an der Wasatch Front und im "Mormon Corridor" und hält die mormonische Subkultur für im höchsten Masse kritikwürdig. Er nimmt die Ermahnungen aus LuB 121:26ff wörtlich.
Für viele, vor allem aus dem Dunstkreis, Dialogue und Sunstone, sind meine Kritikpunkte geteilt und wären diskussionswürdig.
Über diese Kritikpunkte könnte ich sicherlich mittlerweile, wie Du sicher auch, ein sprichwörtliches Buch schreiben.

Ich werde mich sicherlich einmal auch schriftlich mit den Gründen für einen Austritt und den Gründen gegen einen Austritt auseinander setzen. Solch ein Ergebnis gehört sicher nicht hier her - es ist nur für mich.

> Aber du bist kritischer geworden, dir werden all die Ungereimheiten immer stärker bewusst werden, als zu den Anfängen deines Zweifels. Irgendwann wirst du es entweder nicht mehr ertragen, da mitzumachen - und dann ist wirklich der Zeitpunkt gekommen, zu gehen - oder du findest einen für dich gangbaren Weg mit der Kirche.

Ob so ein gangbarer Weg wirklich möglich ist, das ist die Frage.
Ich finde es unmöglich, mit welcher Dreistigkeit einige HLTs der Überzeugung sind oder implizieren, dass es nur drei Möglichkeiten gibt, warum jemand der Kirche den Rücken kehrt:
1. er ist über ein Mitglied oder die Mitglieder beleidigt und hat kein richtiges "Zeugnis"
2. er sucht nach Gründen, "zu sündigen" oder sich nicht mehr an die Gebote zu halten und hat kein richtiges "Zeugnis"
3. er ist seelisch und/oder psychisch labil und hat kein richtiges "Zeugnis".

Was für eine Frechheit. Wäre is zum Beispiel möglich, dass sich jemand fragt, was für ein Umfeld eigentlich eine solche vermessene Einstellung bedingt und deshalb austritt?

> Nein, das macht eigentlich keinen Sinn - aber so einfach ist es eben nicht. Manchmal braucht es eben viel mehr Zeit, um sich von etwas zu lösen, dass einem einmal sehr wichtig war, und in das man viel investiert hat. Besonders, wenn die Familie da noch voll drinnen hängt.

Ich habe, wie gesagt, schon sehr lange still gestanden. Irgendwann gewöhnt man sich an die "Übergangslösung" das darf aber nicht sein. Ich bin mir, ehrlich gesagt, dafür aber auch zu schade in diesem Zustand zu versanden.

Sonntag vor drei Wochen hat die Gemeinde Oldenburg eine ausgesprochen denkwürdige Sonntagsschule gehalten. Lehrer war der Zweigpräsident. Es ging darum, dass die Gemeinde wie ein Chor oder ein harmonisches Orchester ist und gemeinsam an dieser Harmonie arbeitet welche sich (trotz aller Unterschiede) durch ein gemeinsames Ziel ergibt. Diese Diskussion ging so eine halbe Stunde hin und der. Zum Schluss der Stunde meldetete ich mich und erwähnte, dass jawohl nur "Jemand" diese Harmonie stören könne, der nicht dieses Ziel teile.

Vielen Dank für Deine Meinung. Ich schätze das sehr.

Henning

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