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Verfasser: Renate
Datum: Dienstag, den 5. April 2005, um 21:29 Uhr
Betrifft: Arroganz der HLT-Mitglieder und eigene Gefühle

Nun ja, einen Rat wollte ich dir eigentlich nicht geben, das fände ich etwas vermessen.;-) Es war nur meine Meinung zu deinen Worten, auch weil ich dein "Tohuwabohu" irgendwie nachvollziehen kann. Dein Beispiel mit der Matrix ist ja ganz interessant, aber wie du und Sven, denke auch ich, dass das nur dann funktioniert, wenn man auch das Bauchgefühl mit einbezieht. Ich persönlich hatte dieses Problem bei meinem HLT-Ausstieg zwar nicht, das lief eher so ab, wie es Trzoska beschrieben hat, aber ich hatte das Problem bei vielen anderen Entscheidungen in meinem Leben. Vom Kopf her wusste ich, was richtig war, nur das Gefühl spielte nicht mit und stellte sich meiner Entscheidung quer. Da habe ich eben abgewartet, bis auch das Gefühl mitgespielt hat.

Irgendwie finde ich, dass sich die letzten Beiträge von Sven, Helgor und Trzoska zu diesem Thema sehr gut ergänzt haben.

Helgor schrieb z.B.:

Ich hatte mir auch überlegt, als Mitglied ohne Ämter einfach nur die Versammlungen zu besuchen und mich erbauen zu lassen.  Aber da war keine Erbauung mehr, sondern nur Geislosigkeit, Gedankenlosigkeit, Leere. Die Menschen sollten nur funktionieren, was Wörter wie "B eamtenversammlung", "Programm", "Anwesenheitsliste", "Schlußgebet" vermitteln. Alles erschien mir wie ein einziges Nachgeplappere. Kurzum, auch das wurde unerträglich.

Genau das hatte ich gemeint. Irgendwann erkennt man ganz klar wo´s lang geht und wie es eben nicht mehr geht; und wenn das klar ist, dann kann man auch die "Nabelschnur" durchtrennen.;-)

> Ich finde es unmöglich, mit welcher Dreistigkeit einige HLTs der Überzeugung sind oder implizieren, dass es nur drei Möglichkeiten gibt, warum jemand der Kirche den Rücken kehrt:
> 1. er ist über ein Mitglied oder die Mitglieder beleidigt und hat kein richtiges "Zeugnis"
> 2. er sucht nach Gründen, "zu sündigen" oder sich nicht mehr an die Gebote zu halten und hat kein richtiges "Zeugnis"
> 3. er ist seelisch und/oder psychisch labil und hat kein richtiges "Zeugnis".

> Was für eine Frechheit. Wäre is zum Beispiel möglich, dass sich jemand fragt, was für ein Umfeld eigentlich eine solche vermessene Einstellung bedingt und deshalb austritt?

Ja, genau das trifft es! Natürlich wirken diese drei Erklärungen auf austretende Mitglieder sehr arrogant - aber wie sonst sollten sich die gläubigen HLTs erklären, dass sich jemand von der einzig wahren - angeblich von Jesus Christus selbst gegründeten und wiederhergestellten - Kirche verabschiedet? Dieser Absolutsheitsanpruch schafft eben solche arroganten Sichtweisen. Anders könnte man ihn nicht aufrecht erhalten. Es ist Selbstbetrug! Und es ist selbstverständlich demütigend, wenn man selbst und die persönlichen  Handlungen so falsch eingeschätzt und interpretiert werden. Leider kann man genau das nicht ändern. Denn würde ein HLT-Mitglied diese Diskrepanz erkennen, dann gibt es damit auch seinen unbedingten Glauben an die einzige wahre Kirche auf. Das wieder wäre der Anfang vom endgültigen Ausstieg - egal wie lange der andauert, und natürlich, sofern das Mitglied sich selbst gegenüber ehrlich sein kann.

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