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Verfasser: Trzoska
Datum: Mittwoch, den 26. März 2008, um 0:19 Uhr
Betrifft: Wahre Gläubige

Ca. 60% Mormonen gibt’s jetzt in Utah und der Anteil wird ständig geringer.
Was sind denn jetzt aber wahre Gläubige? Ich kann ungefähr ahnen, was DU damit meinst, aber wer sind denn nun die wahren Gläubigen. Die Mormonen können es nicht sein, weil sich alles als Schwindel erwiesen hat; man muss nur den Mut haben hinzugucken. Bei den Bibelgläubigen - oder besser gesagt, abrahamitischen Religionen - zeichnet sich dasselbe Muster ab, nur dass der Nachweis nach 2000 Jahren schwieriger zu erbringen ist. Immerhin kann man jetzt schon öffentlich (im TV und in Magazinen) den Mut erkennen, die etablierte Vorstellung des Christentums anzuzweifeln und die Bedenken deutlich auszusprechen. Die Dokumentation "Die Jesusakte" z. B. erwähnt auch die Tatsache, dass es viele Schriften gegeben hat, die ein anderes Bild von Jesus zeichneten. Es gab in den ersten Jahrhunderten offensichtlich viele christliche Glaubensrichtungen; aber nur die etablierte mit Politikern kungelnde Macht bestimmte nachher auf dem Konzil zu Nicäa, welche Schriften als heilige Schrift gelten sollten. Die Auswahl, die wir heute haben, spiegelt also die von Machthabern und spätere RKK gewollte Jesus-Version wieder. Zum Alten Testament gab es noch an die Hundert oder noch mehr Schriften, die per Abstimmung ausgeklammert wurden.
Bei dieser willkürlichen Zusammenstellung der Bibel müsste man sich schon einreden, dass Gott die Konzilteilnehmer inspiriert hätte.
Also kurz gesagt: Nach meiner Vorstellung und Erfahrung sind "wahre Gläubige" Menschen, die bemüht sind, mit Gott direkt in Verbindung zu stehen, ohne einen Mittler dazwischen, und von ihm oder ihr sich den Weg zeigen lassen. Dabei bleibt völlig offen, wie Gott beschaffen ist, aber eine allumfassende, zu allem fähige Macht sollte er oder sie schon sein, auch wenn es nur (oder sogar) ein meditierender Boddhisatva wäre, der meine Hilferufe hört. Ebenso würde ich eine Göttin akzeptieren, aber auch ein ewig gültiges Prinzip, selbst wenn es sich ständig wandelt. Ich würde Glauben auch lieber durch Urvertrauen ersetzen, und wenn Glaube bedeutet, sich krampfhaft an einer falschen Vorstellung festzuklammern, ist er ohnehin schädlich. Es wäre besser sein Wissen zu erweitern und dann das falsch geglaubte abzulegen.
Wenn Jesus so ähnliche Dinge gelehrt hat, wie es offensichtlich einige Gruppen der Urkirche glaubten, dann kann ich Jesus auch gut als einen der vielen Gurus akzeptieren, wie es sie schon immer im indisch-chinesischen Raum gab. Aber die anderen mystischen Erzählungen scheinen aus anderen Kulturen entlehnt (z. B. Ägypten), wie Jungfrauengeburt, Auferstehung und Erlöserglauben, und von Fanantikern zur "Glaubensstärkung" hinzugedichtet. Man denke nur an die Mystifizierung und Heroisierung von Joseph Smiths Tod, vom Leben ganz zu schweigen.
Als Joseph Smith 1920 exhumiert und umgebettet wurde, gab es etliche enttäuschte Mormonen, die glaubten, dass er zu den ersten Auferstandenen gehörte.

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