Das Exmo-Diskussionsforum

Erster Beitrag von 2 Beiträgen.
Seite erstellt am 28.6.22 um 19:47 Uhr
zur Nachrichtenliste
der Beitrag:
Verfasser: Chamael
Datum: Donnerstag, den 6. März 2003, um 12:02 Uhr
Betrifft: „Eine große Geschichte, die von häßlichen Tatsachen erschlagen wird“

Ist die mormonische Kirche mit einem Buch belastet welches sie in grosse Verlegenheit bringt, da es historisch nicht unterstützt wird?  
Artikel von Von Rick Ross vom 16. Mai 2002  
In Deutsch aufgearbeitet von Edgar Werner

Mormonen wachsen im Glauben auf, die ursprünglichen Amerikaner seien irgendwie mit einem verlorenen Stamm Israels verwandt.
Sie erzählen, dieser Stamm, kam ungefähr 600 v.Chr. nach Amerika über den Ozean, geführt von einem sonst unbekannten jüdischen Propheten " Lehi "

Für die Mormonen ist dies eine wirkliche Geschichte, für Historiker ist diese Geschichte einfach eine Fiktion  (Fiktion [lat.], wesentliches Element von Dichtung und Literatur das Erdachte, Erfundene, Erdichtete, das so nicht in der tatsächlichen Wirklichkeit existiert) Eine Fiktion die von Josef Smith in seinem „Buch Mormon“ irgendwie zusammengebraut wurde. Die Tatsache der Fiktion wird durch den vollständigen Mangel an irgendwelchen objektiven archäologischen, historischen oder linguistischen Beweisen für das Buch Mormon unterstützt.
Mormonische Apologeten (nachdrückliche Verteidiger einer Lehre) versuchen zu erklären, Glaube mache die Fiktion zu einer Tatsache.. Jedoch Archäologen, Linguisten und genetische Experten, ausserhalb der Subkultur des Mormonentums, belegen seit einiger Zeit eindeutig, die einheimischen Amerikaner, die wir unter dem Namen Indianer kennen, stammen von Asien ab und nicht von Israel.

Als die mormonische Religion immer mehr mit den historischen Beweisen konfrontiert wurde, die ihr heiliges Buch Mormon immer mehr widerlegten, sind Wissenschaft und Glaube zunehmend zusammengestossen,.
Seither hofften Mormonen lang auf irgendwelche Artefakte ([lat.], Werkzeug aus vorgeschichtlicher Zeit, welche menschliche Bearbeitung erkennen lässt) oder auf eine Forschung, welche ihren Glauben unterstützen würde. Einige fühlten, dieser Tag sei jetzt tatsächlich gekommen, als sie in der eigenen Mormonen Universität Brigham Young in Provo während dem Jahr 2000 genetische Prüfungen durchführten.

Die Lehre der Mormonen behauptet, daß Lehi ’s Kinder sich in zwei sich bekriegende Interessengruppen trennten, in die guten, weissen Nephiten und die schlechten, braunen Lamaniten. 500 n.Chr. töteten die Lamaniten schliesslich. alle Nephiten . Aber die schlechten, braunen Lamaniten überlebten. Sie seien diejenigen die man heute als die einheimischen Amerikaner kennt.

Das Buch Mormon gab ursprünglich an, konvertierte Lamaniten, würden dann weiss und lieblich. 1981 entschied die Kirche, das Wort "weiss" mit "rein" zu ersetzen. Es wurde gesagt, daß solche ein mormonischer Glaube Rassismus widerspiegle. Und obwohl jeder treue männliche Mormone die Priesterschaft annehmen konnte, wurden bis 1978 Schwarze davon ausgeschlossen. Gegründet auf solche Geschichten über die Lamaniten, fühlen sich die modernen mormonischen Missionare dazu berufen, die Bevölkerung der Gebiete in Südamerika und in den pazifischen Inseln zu bekehren.  
 
Anlässlich der Weihe eines mormonischen Tempels in Ecuador hat 1999 der Mormonen Prophet und Präsidenten Gordon B. Hinckley, gesagt: "Es ist eine sehr interessante Sache gewesen, die Nachkommen von Vater Lehi in den Gemeinden zu sehen, die sich im Tempel versammelt haben. Sehr viele dieser Leute haben das Blut von Lehi in ihren Adern, und es ist gerade eine faszinierende Sache, ihre gewaltige Antwort und ihr gewaltiges Interesse " zu sehen.  
 
Die BYU Universität schien auch, vom " Blut Lehis " fasziniert zu sein. Mormonische Forscher sammelten dort von 100‘000 Freiwilligen DNA Proben aus der Welt, die Südamerika und Israel einschloss. Sie hofften irgendwie, die Behauptungen zu beweisen, die vor mehr als einem Jahrhundert von Josef Smith gemacht wurden, dass es eine Verbindung zwischen dem altem Israel und den modernen einheimischen Amerikanern gibt. Mormonen sind oft auf die Genealogie als religiöse Beschäftigung fixiert.

Aber glaubwürdige Wissenschaftler, ausserhalb der mormonischen Apologeten sagen, keine Israeliten kamen jemals vor 2‘600 Jahren nach Amerika. Es gibt keine linguistische oder archäologische Spuren für so eine Kultur. Michael Crawford, ein Professor der Universität von Kansas für biologische Anthropologie und Autor eines Buches der ursprünglichen einheimische Amerikaner, sagte mit Nachdruck der Cambridge Universität Presse, " ich denke, es gibt, keinen Jota eines Beweises, welcher belegt, dass  ein verlorener Stamm von Israel, den Weg in die Neue Welt machte. Es ist eine grosse Geschichte, die von hässlichen Tatsachen erschlagen wird,"
 
Ironischerweise kann die DNA Datenbank, die in der BYU gesammelt wird, nur belegen, daß es keinen Beweis einer einheimischen Amerikanischen /Israel Verbindung gibt. In der Tat hat keine DNA Forschung an irgendeiner Universität, je etwas anderes aufgezeigt.
Aber es ist zweifelhaft, daß die BYU irgendeine Forschung veröffentlicht, welche die Kirche potentiell in Verlegenheit bringen kann.

Simon Southerton, ein ehemaliger mormonischer Bischof und Molekular-Biologe, der über einen umfangreichen Hintergrund in der DNA Forschung verfügt, sagt jede Forschung die dort betrieben wird, könne nur das Buch Mormon widerlegen. Er fügte hinzu, kein wissenschaftliches Studium der  DNA irgendwelcher Art könne die Behauptungen belegen, dass einige pazifische Insulaner historisch mit den alten Juden verbunden seien. " Die bestehende DNA Forschung zeige überwältigend, einheimischen Amerikaner, und Polynesier stammen von asiatischen Vorfahren ab, sagte " Southerton.
Er gab die Kirche nach dem Forschen dieser Fragen auf. Southerton fasste das Dilemma der Aussage so zusammen, "ist es ehrlich Kirchen -Mitglieder in Dunkelheit über die Berge der Beweis dieser Tatsachen zu halten, über die Macht dieser Technologie zu diskutieren, um genealogische Beziehungen zu belegen? "   

James Sorenson ein Utah Geschäftsmann und Ira Fulton ein Häuserbauer in Arizona, spendeten Millionen um die BYU Forschung zu finanzieren. Sorenson, ein Mormone, gab zu, er hoffte, daß so ein Studium eine Verbindung zwischen einheimischen Amerikanern und den mythologischen Lamaniten beweisen könne. Er sagte, " Wir suchen nach der Wahrheit. Lassen Sie die Splitter fallen wo sie mögen". Die BYU bereitete sich besorgt vor, wohin die Splitter fallen könnten, wenn ihre Forschungen an das Ende gekommen sind. Die "Foundation for Ancient Research and Mormon Studies" (FARMS), eine Gruppe, die versucht, die historischen Behauptungen innerhalb Buches Mormonzu beweisen, stellte ein eigenes Schreiben auf. Sie scheinen betroffen zu sein , wie der DNA Beweis benutzt werden könnte, um die Geschichte der Lamaniten zu widerlegen.

„Wissenschaft wird mehr Beweise bringen, aber wann und wieviel werden wir noch sehen“, fordert FARMS John Sorenson, nicht mit dem Gönner Sorensons verwandt.
Er fügte hinzu, „Es wird eine lange Zeit dauern... bis ein schlammiges Bild klar wird.
Aber Gelehrt haben keine Schwierigkeiten das Bild aufzuklären.

Professor Michael Crawford folgert, wie alle Historiker, Wissenschaftler und Anthropologen in der Welt, alle Beweis belegen entscheidend die Asiatisch-einheimische amerikanische Verbindung.
 
Aber Mormonen wurden während Generationen darüber belehrt, dass Lamaniten und einheimische Amerikaner im Grunde die Gleichen sind.
1971 begann die offiziellen Mormonische Publikation Ensign mit der Veröffentlichung, „Einer speziellen Lamaniten Abteilung“  Als wir versuchen das komplexe Puzzle zu lösen welches wir Leben nennen, gibt es eine dauernde Suche nach Elementen, die das Bild aufklären werden. Für die Mormonen ist der erste Schlüssel zu diesem großen Muster die Existenz der Gruppe von Leuten, die Lamaniten genannt werden.

Nicht Kirchenmitglieder nennen alle diese Menschen Indianer, obwohl die Bezeichnung zu einer grösseren Gruppe als dies gehört  Die meisten Mitglieder der Kirche wissen, dass die Lamaniten welche die Indianer der beiden amerikanischen Kontinente umfasst als auch die Insulaner des Pazifiks sind ein Volk mit einem besonderen Erbe.

Zunehmend hat sich die Kirche von solchen Behauptungen entfernt. Aber in der letzten Drucklegung des Buches Mormon gibt es noch die Einführung, daß die Lamaniten "die Haupt Vorfahren der amerikanischen Indianer " sind.  

Ist der Kirche der Mormonen ein peinliches Buch aufgebürdet, das sie historisch nicht unterstützen kann? Wird das Buch Mormon eines Tages, vernünftig gesehen werden, einfach als eine Allegorie (Allegorie  [griech.], Wiedergabe eines abstrakten Begriffs durch ein Bild, oft Mithilfe der Personifikation wie z.B. Justitia, Fortuna, das Glücksrad)
welche von Josef Smith ausgedacht und benutzt wurde, um seine Anhänger zu inspirieren? Vielleicht wird dann Glaube durch Fiktion triumphieren.  

Notiz: Dieser Artikel basiert auf "BYU Gene Data May Shed Light On Origin Of Book of Mormon’s Lamanites," The Salt Lake Tribune/November 30, 2000 By Dan Egan

zur Nachrichtenliste
auf diesen Beitrag antworten:

nicht möglich, da das maximale Themenalter erreicht wurde.

zur Nachrichtenliste
das Themengebiet: zur Nachrichtenliste
die neuesten Beiträge außerhalb dieses Themengebietes: zur Nachrichtenliste
zurück
www.mormonentum.de