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Verfasser: Nyu
Datum: Freitag, den 28. November 2003, um 21:16 Uhr
Betrifft: Alles noch so neu

Hallo Dominique,

wenn Du Tempelarbeiterin warst und vielleicht auch noch im Frankfurt Tempel, dann ist es gut möglich, dass wir uns kennen. Ich selber war 9 Jahre Tempelarbeiter.
Ich habe der Kirche emotional und so gut es geht auch buchstäblich seit Februar diesen Jahres immer mehr den Rücken gekehrt.
 
Erst einmal gibt es Vieles, was Du in den nächsten Monaten erfahren wirst, was noch viel mehr an die grundsätlichen Dinge des Leben herangehen wirst, als Du es jetzt noch erahnst. Du wirst feststellen, wie Deine Welt für Dich grösser wird und völlig neue Geheimnisse in sich birgt, jetzt da Du bereit bist, sie nicht mehr durch eine mormonische Einfärbung wahrzunehmen.
Das Abenteuer Leben, dass uns Gott gegeben hat, ist einfacher als die HLT-Kirche Dir vermittelt hat. Unser ewiges Potential ist vor allem durch Wahrheiten erklärbar, die jedem Menschen, ungeachtet seiner Religion, klar sein müssen.

Die Mormonen sagen den "Abgefallenen" nach, sie würden es sich einfach machen und den Weg des geringeren Widerstandes gehen. Vielleicht stimmt das bei manchen. Ich kann nur von mir behaupten, dass ich meinem Gewissen gefolgt bin, nachdem ich erkannt habe, dass das mormonische Weltbild vorsieht, dass 6 Milliarden Menschen auf der Erde sonntags dieselben Versammlungen besuchen, dieselben Lieder singen, an denselben Gott glauben, dieselben alten Männer als "Propheten" anerkennen, denselben Zehnten zahlen und über dieselben Witze lachen sollen. Und vor allem sollen sie nicht kritische Fragen stellen.
Ich will nicht mutwillig die Kirche schlecht machen. Ich erfreue mich aber an der Vielfalt des Lebens. Vorher war immer alles entweder näher oder weiter von DER WAHRHEIT entfernt, so wie ich sie, durch die Kirche vorgegeben, verstand. Jetzt haben die meisten Dinge einfach ihre eigene Wahrheit und erscheinen dadurch in einem viel erträglicherem Licht.
 
Auch erkannte ich irgendwann, dass Paulus und das biblische Gesetz sich von dem mormonischen Gesetz unterscheidet. Christus gibt Freiheit durch Mündigkeit im Geiste. Das sogenannte "wiederhergestellte Evangelium" nimmt Freiheit durch Entmündigung und Gleichschaltung. Das klingt zwar hart, aber wenn Du einfach einmal eine Priestertumsversammlung oder am besten noch Pfahlpriestertumsversammlung besuchen willst, wirst Du recht graphisch verstehen, was ich damit meine. Häufig auftretende psychische Störungen bei Mitgliedern erklären sich dadurch, dass sie in den Kirchen beigebracht bekommen "wie man glücklich wird" ohne die Regeln zu befolgen, die zu einem Glücklichsein vonnöten sind, nämlich Eigenverantwortung ohne Nötigung.

Du hast viel vor Dir.
Wir laufen nicht weg hier.

Liebe Grüsse,
Henning

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