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Verfasser: Gunar
Datum: Donnerstag, den 17. Juli 2003, um 23:29 Uhr
Betrifft: Wenn Sektenanhänger von Wahrheit, Moral und Ethik sprechen

Ich bin ziemlich enttäuscht von deiner Reaktion, nicht als HLT, sondern als Ingenieur. Du hast Argumente gefunden, und ich habe deine Argumente entkräftigt. Aber du willst deine Ansicht deswegen nicht ändern. Es ist ja kein Wunder, denn als Prämisse führst du "die jetzige Auseinandersetzung um eine „fremdbesetzte“ Domain www.mormonen.de" an, damit hast du dich eindeutig positioniert.

Womit du dich aber völlig disqualifizierst, zumindest als Ingenieur, ist deine Schlussfolgerung, dass du mir "moralisch verwerfliches" Handeln vorwirfst, nur weil ich sage, dass ich juristisch und nicht mittels "moralischer Berechtigung" argumentiere. Denn dies entbehrt jeder Kausalität. Da du als Sektenanhänger nicht von allein darauf kommst, teile ich dir das hiermit gern mit: Die Aufklärung verbucht die moralisch-ethische Seite für sich, die Sekte steht für die unethische Seite, da sie sich genau darüber definiert, sonst wäre die Sekte nämlich eine Kirche und keine Sekte.

Bleibt also die juristische Seite, und auf der ist völlig klar, dass die HLT-Kirche die Knalisierung der Besucherströme erreichen will. Natürlich passt es ihr nicht, dass der Besucher etwas von verschiedenen, auch ungefährlichen Mormonenkirchen erfährt und noch dazu Kritik an ihren Praktiken vorhanden ist. Und dafür führt sie die unwahre Behauptung ins Feld, sich schon immer Mormonen genannt zu haben (siehe 2. Nephi 9:34). Dass deine Kirche unwahre Behauptungen aufstellt, um ihr Ziel zu erreichen, scheint für dich ja kein Problem darzustellen, das ist dann moralisch-ethisch selbstverständlich vertretbar. Die ganze Sektenhaftigkeit dieser Organisation kommt bei diesem Prozess wieder einmal ans Tageslicht. Du solltest beschämt sein und nicht noch die Worte Ethik und Moral in den Mund nehmen, deren Bedeutung ein Sektenmitglied in psychischer Abhängigkeit sowieso nicht erfassen kann. Bleibt nur zu hoffen, dass sich unsere Justiz doch noch dazu durchringen kann, sich die Sache mal genau anzusehen, und nicht nur die unwahren Behauptungen einer Sekte blind hinzunehmen.

Und mit deinen Ausführungen zum Copyright hast du echt den Vogel abgeschossen. Wenn du mal ein bisschen über deinen Tellerrand hinweg schauen würdest, dann würdest du gar nicht erst solche Gedanken äußern. Ich empfehle dir das Studium des UrhG, dann wirst du feststellen, dass das dem amerikanischen Gesetz gar nicht so unähnlich ist, und dann kannst du auch beruhigt dein Ansinnen ad acta legen. Aber nur, um es dir ein wenig leichter zu machen: Urheberschutzrechte gelten noch 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers, diese Rechte sind vererbbar, und zwar an die Familie, und die hatte sich bei Joseph Smith bekanntlich der RLDS angeschlossen. Das einzige, was sich die LDS copyrighten lassen kann, sind neuere Überarbeitungen, Verseinteilungen und Übersetzungen, z. B. wenn sie dem Buch einen erweiterten Titel verpasst. Das Buch Mormon als solches ist in Gemeingut über gegangen. Aber die HLT-Kirche hatte sich darum auch schon vorher herzlich wenig geschert, das Felsengebirge war eben eine gute Festung gegen die US-amerikanischen Gesetze und Gesetzeshüter.

Was mir nur auffällt: deine Versuche, Gründe für ein Exklusivrecht der HLT-Kirche an der Bezeichnung Mormonen zu finden, werden immer wunderlicher. Vielleicht solltest du dich mal auf Ingenieurstugenden besinnen?

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