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Seite erstellt am 15.4.24 um 8:46 Uhr
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der Beitrag:
Verfasser: Renate
Datum: Donnerstag, den 17. Juli 2003, um 16:43 Uhr
Betrifft: ethisch-moralische Bewertung

>Aber meine Aussage war die, dass die Webseite eben nicht das Maß an Objektivität erfüllt, das man von einem Lexikon erwarten würde, wenn es einen Sachbegriff wie Mormonen unter www.mormonen.de  abhandeln würde.

Das ist deine Sichtweise und gegen die ist auch nichts einzuwenden, andere sehen das vielleicht ganz anders. Wie du schon an anderer Stelle anführtest, betrachtet jeder objektive Informationen erstmal subjektiv. Für dich erfüllt die auf mormonen.de angebotene Information nicht das Maß an Objektivität, das ein Lexikon erfüllen würde. Nur ist diese Webseite eben kein Lexikon und erhebt auch nicht den Anspruch ein solches zu sein.

Für mich ist Objektivität bereits gegeben, wenn ich mir aufgrund des Angebotes eine eigene Meinung bilden kann und keine fertige vorgekaut bekomme, wie das z. B. auf den offiziellen Webseiten der HLT-Kirche der Fall ist.

Im Gegensatz zur lds.org werden hier genügend Fakten geboten um sich ein ziemlich genaues Bild der Entstehungsgeschichte und auch weiterführenden Geschichte der Kirche machen zu können. Es bleibt nichts dem Glauben oder einem "Zeugnis" überlassen, man braucht kein Gebet um das alles zu überprüfen. Die Schlussfolgerung muss dann schon jeder selbst für sich ziehen. Das nenne ich eben Objektivität. Außerdem verstehe ich nicht wieso du so auf diesem Begriff herumreitest? So viel ich weiss, ist lexikale Objektivität keine Voraussetzung für eine Domainhaltung, auch nicht für eine mormonische, dabei geht die HLT-Kirche ja mit bestem Beispiel voran.;-)

>Insofern ist der von Dir bestrittene und von mir formulierte Vorwurf der Täuschung in der Außendarstellung bei einer moralische Beurteilung des Domainestreits nicht ganz von der Hand zu weisen.

Für mich ist er ganz von der Hand zu weisen.

1. Weil "Mormonen" oder "mormonisch" eben nicht der Name der HLT-Organisation ist und ihr somit auch nicht als Namen zusteht. Es handelt sich dabei um eine Sammelbezeichnung für alles was mit dem Begriff Mormonen zu tun hat, auch im weitesten Sinne. Deshalb wäre es  - objektiv betrachtet -  nicht nur ziemlich realitätsfremd, sondern auch falsch, automatisch anzunehmen, dass sich dieser Begriff ausschließlich nur auf die mormonische HLT-Gruppe bezieht. Somit ist der Tatbestand der Täuschung nur insofern vorhanden, als der Laie sich eben von der HLT-Kirche täuschen ließ. Seinen Irrtum kann er also hier auf mormonen.de revidieren, in dem er die Informationen dazu liest.

2. Weil jedem Besucher dieser Seite sehr schnell deutlich wird, dass es sich um ein unabhängiges Informationsangebot handelt. So steht es auf der Startseite, so zeigen es die Suchmaschinen an. Wo ist da also Täuschung?

Jeder strenggläubige Mormone, gleich welcher der mormonischen Gemeinschaften er angehört, weiss also im Vorfeld Bescheid (sofern er lesen kann) und hat so die Möglichkeit diese Seite sofort zu verlassen. Denn zumindest den HLT-Mitgliedern (bei den Anderen weiss ich es nicht) ist es untersagt kritische Kommentare und Informationen zu ihrem Glauben zu lesen. Die mündigen User aber können sich informieren. Dafür müssen sie nicht mal etwas bezahlen.

>Natürlich werden auf der Seite überwiegend Fakten angeboten, aber diese Fakten dienen dem erklärten Zweck, den Interessierten in erster Linie zu einer kritischen Auseinandersetzung zu führen.

Ja, und wo liegt das Problem? Ist es unmoralisch jemanden zu einer kritischen Auseinandersetzung mit Fakten zu führen? Ist das nicht der eigentliche Sinn von einem Informationsangebot, wenn es seriös gemacht wurde?

>Wo ist der Hinweis auf mögliche gute Seiten oder Vorteile im Sinne einer Abwägung oder Erörterung.

Diese Webseite, besonders auch das Forum, bietet etliche Hinweise auf die guten Seiten und Vorteile sowohl der HLT, als auch des mormonischen Basisglaubens. Nicht zu vergessen die Linksammlung, die u. a. auch Links zu den offiziellen Webseiten mormonischer Kirchen enthält. Dort gibt es genug Material, das man zur Abwägung heranziehen kann, ja sogar muss, um sich ein möglichst umfangreiches Bild zu machen.

>Du selber - das zeigen ja Deine Stellungnahmen an anderer Stelle im Forum zu diesem Thema "Vorteile" - kannst scheinbar nichts positives erkennen,

Das ist ein Irrtum. Es gibt wie schon erwähnt genügend Hinweise auf positive Aspekte in diesem Forum, auch von mir. (Archiv) Da ich persönlich aber die Meinung vertrete, dass Kritik nun mal auch bedeutet sich mit den negativen Aspekten einer Sache auseinander zu setzen, ist das für mich vorrangig, denn davon gibt es im Verhältnis noch zu wenig. Dazu muss man selbstverständlich ergänzend Quellen, sprich objektive, also wertfreie Information anbieten, die dann wieder mehr oder weniger subjektiv vom jeweiligen Betrachter im Zusammenhang mit der Kritik beurteilt werden kann. Jeder, der sich durch diese Webseite liest, wird erkennen, dass das auf mormonen.de gegeben ist.

>denn der Staat z. B. kommt im Ergebnis zu einer anderen Bewertung über die Vor- und Nachteile der Mormonen.

Selbstverständlich. Weil der Staat nach anderen Kriterien bewertet, bspw. nach der staatskonformen Einstellung einer Glaubensgemeinschaft. Der Staat überprüft ausschließlich das ihm vorgelegte Ansuchen der jeweiligen Glaubensgemeinschaft und richtet sein Augenmerk primär darauf ob die Gemeinschaft dem Gesetz genügt. Welche negativen Auswirkungen eine Mitgliedschaft gegebenenfalls haben könnte, interessiert da erstmal nicht. Zumal das auch sehr individuell zu bewerten ist und der Staat nun mal über nur sehr oberflächliche Kenntnisse der Gemeinschaften verfügen kann. Deshalb ist Aufklärung so wichtig, damit das potenzielle Mitglied weiss, worauf es sich da einlässt. Eine staatliche Anerkennung sagt nichts über die Qualität und den Inhalt einer Glaubensgemeinschaft aus.

>Wenn etwas für Dich ein objektives Angebot ist, dann beurteilst Du dieses Angebot genauso subjektiv wie ich oder ein anderer.

Jawohl, genau so wie der Staat und jeder Besucher von mormonen.de. Deshalb wird einem auch das Resultat einer Überprüfung nicht vorgeschrieben und nicht suggeriert, sondern liegt allein in der ganz subjektiven Beurteilung des Überprüfers.

>Deine Aussage über die Möglichkeit einer Gegendarstellung in meinem Bespiel über einen möglichen Domainnamen www.renate...de, verkennt die öffentliche Wirkung von erst einmal in die Öffentlichkeit gestellten Aussagen und die Rücknehmbarkeit oder Eindämmbarkeit solcher Aussagen (siehe Skandale und Affären, Rufmorde, Umfang und Aufmerksamkeit für Gegendarstellungen).

Das kann man doch nun wirklich nicht mit dem Rechtsstreit um mormonen.de vergleichen. Wenn Fakten rufschädigend sind, liegt die Ursache dafür doch wohl bei dem, der versucht hat diese Fakten zu vertuschen, nicht bei dem, der sie aufdeckt.

Fakt ist also: Die HLT-Kirche kann keine Gegendarstellung liefern, weil es die nicht gibt oder sie schlichtweg erlogen wäre. So verlegt sie ihre Aktivitäten eben auf Domaingrabbing, um möglichst viele begriffsähnliche Domains zu sichern und verklagt den Inhaber der von ihr begehrtesten Domain unter Vorspiegelung falscher Tatsachen, nämlich der, diese Domain für sich selbst nutzen zu wollen. Es wird doch niemand hier ernsthaft glauben, dass, falls der Kirche diese Domain zugesprochen wird, es demnächst eine offizielle Seite der LDS unter der Domain www.mormonen.de  geben wird. Nein, sie wird genau so vereinahmt und dadurch gesperrt, wie alle anderen und sie wird automatisch auf lds.org verweisen, auch wie alle anderen von der HLT-Kirche vereinnahmten Domains.

>Insofern bin ich sicher, dass wenn Dir an Deinem guten Ruf bzw. einem authentischeren Bild von Dir in Deiner Umgebung liegen würde, Du zu dem Ergebnis kommen würdest, dass "Domain-Re-Grabbing" (worum es aus Sicht dessen gehen würde, der dem Original eher entspräche als der das Original zu sein Vorzugebende) eine zumindest moralisch legitime Vorgehensweise wäre.

Wenn die angebotenen Fakten nicht den Tatsachen entsprechen würden, also somit gar keine Fakten wären, dann hätte ich immer noch die Möglichkeit der Klage wegen Rufmord. Entsprechen die Fakten, die für mich rufschädigend sind, aber den Tatsachen, bleibt mir wohl peinlicherweise keine andere Möglichkeit, als zu solchen entwürdigenden und ummoralischen Mitteln zu greifen, falls ich es nicht schaffe zu meiner Vergangenheit zu stehen. Ob ich mich damit glaubwürdiger mache ist eine andere Frage, moralisch kann man
das auch nicht gerade nennen.

Noch einmal zum Original:

Meiner Meinung nach entspricht alles dem "Original", also dem Sammelbegriff "Mormonen", das sich mit diesem Gebiet auseinandersetzt. Wie schon in einem anderen Beitrag erwähnt - wenn ich eine Abhandlung über die Entstehung der mormonischen Glaubensgemeinschaften  schreiben will, ist es nicht irreführend, wenn ich diese Abhandlung mit "Die Mormonen" betitle. Dazu muss ich kein Mitglied einer ihrer Gruppierungen sein. Genau das wird auf dieser Webseite gemacht.

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