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Verfasser: Elvira
Datum: Samstag, den 8. März 2003, um 17:12 Uhr
Betrifft: Ein vorsichtiger Erklärungsversuch

>Das Essen von Blut war allerdings streng untersagt, und es war den Kindern Israel nicht >gestattet, Blut zu essen (3. Mose 3 :’ 17; 7: 26; 17: 10-14; 5. Mose 12: 16-23); die Apostel >gestatteten das Essen von Blut auch nicht (Apg. 15 : 29). Die Heiligen der letzten Tage >genießen auch kein Blut; also auch keine Blutwurst!

Mich hat es auch sehr gewundert, dass es scheinbar Anfang des vorigen Jahrhunderts in der Kirche, eine Ansicht gab, derzufolge HLT keine Blutwurst essen durften. Da müsste man einmal bei ganz hochbetagten HLT nachfragen, ob es zu ihrer Kindheit in der Kirche so üblich war. Und ob sich das auch auf andere Blutprodukte bezog, einschließlich Bluttransfusionen.

Warum sich das geändert hat? Vorstellen könnte ich mir folgendes:

1.Der pro Kopf Verbrauch an Fleisch in einem Jahr, zur damaligen Zeit lag bei, etwa 15 kg . Das dürfte zu den Kriegszeiten für viele Menschen noch viel weniger gewesen sein. Heute liegt er bei 64, 5 kg (je nachdem welche Statistik man bevorzugt, gehen die Angaben bis zu 94 kg). Der Fleichskonsum der deutschen Bevölkerung zur damaligen Zeit kam also den Richtlinien des WdW erheblich näher als er das heute tut.
Gerade nach dem 2. Weltkrieg nahm die Agrarwirtschaft einen riesigen Aufschwung und der pro Kopf Verzehr an Fleisch lag 1950 bereits bei 39 kg/ Jahr. So ganz langsam änderten sich die Lebensbedingungen und die Kaufkraft für Lebensmittel stieg enorm an, damit war einer breiteren Bevölkerung auch der Konsum des teuere Lebensmittel Fleisch in zunehmenden Mengen möglich. Das ging aber so langsam von statten, dass das denke ich keine HLT ernsthaft als Konflikt mit dem WdW ansah. Eher war man froh, dass es einem doch so gut ging. Ich selbst habe niemals derartige Kritik von Kirchenführern an zu hohem Fleischkonsum erlebt. Diesem Teil des WdW wurde nie die hohe Bedeutung zugemessen wie dem Verbot von heissen und alkoholischen Getrtänken. Da man sich in der Kirche aber zunehmend auf das WdW fixierte,im Gegensatzt zu anderen Schriftstellen, die Ernährungsanweisungen gaben, wo nun mal von Blutwurst keine Rede ist, könnte ich mir vorstellen, dass das mit der Zeit einfach in Vergessenheit geriet.

2.Wer Fleisch isst, der isst auch Blutanteile mit, denn selbst nach dem Ausbluten der Tiere nach der Schlachtung bleiben Blutanteile zurück. Deshalb sind strenggläubige STAdventisten, die sich auf die Speisegebote im AT beziehen auch Vegetarier. Weiter wird nicht nur die reine Blutwurst, in Skandinavien Blutklöße aus Schweinblut hergestellt sondern auch Brühwürste enthalten einen bestimmten Anteil an Blut.
Interessant dürfte das damals nur für die HLT gewesen sein, die ihren Lebensunterhalt als Bauern verdienten. Blutwurstprodukte werden unmittelbar nach der Schlachtung eines Schweines hergestellt und sofort verzehrt.( Erst einige Jahrzehnte später kamen Methoden der Wurstkonservierung mittels Hitze dazu.) Metzgereien/Schlachtereien gab es nur in den Städten.
Bei der damals auf den Bauernhöfen üblichen Hausschlachtung von Schweinen wurde alles was das Tier hergab auch verwertet, selbst Borsten und Haut. Das wertvolle Schweinblut wegzukippen, wäre dem damaligen bäuerlichen Ideal alles zu verwerten und nichts verderben zu lassen, diametral entgegen gestanden. Da würde ich also ein Konfliktpotential vermuten.
Anderseits dürfte es zur damaligen Zeit in Deutschland,  wenige auf dem Lande lebende HLT gegeben haben, so dass diese im Artikel vertretenen Ansicht wohl wenig wahrgenommen wurde.

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