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Verfasser: moontan
Datum: Dienstag, den 7. November 2017, um 21:03 Uhr
Betrifft: Nothing from Nothing leaves Nothing

Okay, das erkenne ich als Quellenangabe und als glaubwürdig an. Dazu möchte ich aber sagen, dass man alles auch in einem historischen Kontext betrachten muss. Die Erweckungsbewegungen im Staate New York (nach dem Bau des Eriekanals wurde die wirtschaftlich prosperierende Region zu einem Magneten für Einwanderer) brachten Anfang des 19. Jahrhunderts in dieser Region eine unglaubliche Vielzahl christlicher Gemeinden hervor. Die Shaker zum Beispiel waren besessen von der Erfahrung des Heiligen Geistes, und glaubten, durch ekstatische Zustände ihn direkt zu erfahren. Andere waren beseelt von der Aufgabe ihres Besitzes und teilten alles mit ihrer Gemeinde, und andere wiederum verfielen dem Ideal der freien Liebe unter Aufgabe aller viktorianischer Konventionen. Es war ein großes Abenteuer, und die Restriktionen des alten Europas konnten beliebig abgestreift und ignoriert werden.

Sieht man diese "Verheiratungsakten" also vor diesem Hintergrund, kann es einen nicht erstaunen, zumal die Mormonen einigen der vorgenannten Ideale, die als progressiv galten, anhingen. Hervorheben möchte ich aber auch, dass es zu einer Heirat jedoch unbedingt zweier einwilligungsfähiger Personen bedarf - dem Mann und der Frau. Was ich damit sagen will: nothin’ from nothin’ leaves nothin’, oder: wenn die Frau nicht ja gesagt hätte, wäre nichts aus der Heirat geworden. Es sind ja keine Zwangsehen gewesen, sondern es geschah freiwillig und in beiderseitigem Einverständnis. Worin also kann die Kritik bestehen? Nenne es ein Sozialexperiment des 19. Jahrhunderts, das sich dann irgendwann etabliert und zur religiösen Doktrin entwickelt hat, aber Ende des 19. Jahrhunderts seinen Ausklang fand und zu einem Auslaufmodell wurde; nicht zuletzt auch durch die amtliche Erklärung seitens der Kirchenführung (siehe LuB). Aber das ist dir ja bekannt.

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