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Seite erstellt am 18.10.17 um 7:51 Uhr
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Verfasser: moontan
Datum: Dienstag, den 3. Oktober 2017, um 23:30 Uhr
Betrifft: Statistische Vergleiche wären wünschenswert

Mich überzeugt das alles nicht in dem Sinne, dass es spezifisch für diese Kirche ist. Interessanterweise zitierst du aus einer amerikanischen Webseite, die solche Fälle auflistet. In den USA gibt es ca. 5 Millionen Mormonen, und zählt man alle Denominationen zusammen, kommt man vielleicht auf 6 Millionen. Das ist schon eine erhebliche Zahl. Dieser zahlenmäßigen Faktenlage zur Folge wundert es also nicht, dass häusliche Gewalt oder Sexualdelikte vorkommen. Man müsste dies aber in die richtige Relation setzen, und dazu sollte man die bekanntgewordenen Fälle mit der allgemeinen Kriminalstatistik in den USA vergleichen. Ich bin davon überzeugt, dass die ca. 6 Millionen Mormonen in den USA relativ gesehen nicht mehr derartige Delikte begehen als die übrigen Amerikaner, und in Amerika ist ja fast jeder in irgendeiner christlichen Kirche.

Würde man die Fälle in der RKK oder der EKD einmal akribisch auflisten (von der Dunkelziffer ganz zu schweigen), käme man möglicherweise auf ziemlich beeindruckende Zahlen. Dann sollte man in Anbetracht der Mitgliederzahlen einmal errechnen, wie hoch der prozentuale Anteil anhand des absoluten Werts ist, und man sollte unbedingt aufführen, in wievielen Fällen Kirchenbedienstete, Amtsträger wie Pfarrer und Priester daran beteiligt sind. Das ist nämlich etwas ganz entscheidendes. Ich kann mir keine christliche Religionsgemeinschaft vorstellen, in der es nicht zu häuslicher Gewalt, Sexualdelikten o.ä. kommt. Auch die Kirchen sind ein Spiegel der Gesellschaft. Allerdings erhebt sich ja die Frage, und das habe ich eingangs schon gesagt, inwieweit so etwas spezifisch für eine Kirche ist und inwieweit Amtsträger oder kirchliche Autoritäten daran beteiligt sind.

Deine Beispiele mögen zwar belegen, dass es zu solchen Delikten kommt, aber sie belegen darüber hinaus eigentlich gar nichts und sind nicht zielführend in dem Sinne, dass man jetzt die Mormonen unter Generalverdacht stellen könnte. Du verfolgst einen ganz anderen Zweck, und das ist mehr als offensichtlich, wie man ja auch deiner Historie in diesem und anderen Foren entnehmen kann.:-)

>Wie ich schon oft sagte: Die Mormonenkirche ist für Kindesmissbraucher ein sicherer Ort.

Das ist eine generelle und nicht im geringsten beweisbare Behauptung, und sie wird auch nicht glaubhafter, indem du sie stets wiederholst. Im übrigen habe ich ja schon darauf hingewiesen, dass ein Geistlicher gemäß § 139 Abs. 2 StGB nicht zur Anzeige der von dir aufgeführten Delikte verpflichtet ist. Das jeweilige Kirchenrecht gebietet es zudem i.d.R., dass derartige Vorkommnisse nicht weitergetragen werden dürfen. Wer Geistlicher in diesem Sinne ist, bestimmt sich nicht nach einem bestimmten Status (Priesterweihe, Ordination), sondern nach der Funktion, zur Seelsorge berufen zu sein. Somit gilt dies in Deutschland auch für mormonische Amtsträger. Damit nimmt das staatliche Recht auf den Gewissenskonflikt des Geistlichen und die Glaubwürdigkeit der betroffenen Religionsgemeinschaft Rücksicht. Das kann man gut finden oder auch nicht, aber es ist so. Da die Kirchen auch in den USA, oder besser gesagt eigentlich noch viel mehr als hier, privilegierte Institutionen sind, ist wohl davon auszugehen, dass dort ähnliches gilt.

Fazit: Die Welt verbessert man nicht, indem man aus irgendwelchen diskreten Motiven heraus Mormonen-Bashing betreibt.;-)

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