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Verfasser: moontan
Datum: Donnerstag, den 9. März 2017, um 20:11 Uhr
Betrifft: Long time... your request... long reply

>Das Universum ist gigantisch und wir können nur erahnen wie gigantisch es wirklich ist.<<

Man hat es sogar geschafft, die Groesse bzw. Ausdehnung des Universums zu berechnen. Auch seine Topologie erscheint dabei nicht mehr voellig fremd. Wir existieren in einem fast vollkommen flachen, dunklen und mit geheimnisvoller ("dunkler") Energie ausgestatteten  Universum, wie es scheint. Das ist natuerlich nur ein kosmologisches Konzept, aber somit gehen saemtliche serioese Annahmen ueber dessen Groesse und Topologie ueber eine blosse Ahnung bereits weit hinaus. Als gesichert anzunehmen ist, dass nur ca. fuenf Prozent des Universums aus "normaler" Materie und Energie bestehen, und der Hauptbestandteil aus "dunkler" Materie, die keine Strahlung erzeugt und sich eigentlich nur durch ihre Gravitation manifestiert, und der mysterioesen "dunklen" Energie, die wie eine Anti-Schwerkraft wirkt und das Universum auseinanderzieht.

>Welche Möglichkeiten gibt es denn? Entweder es gibt einen Gott der uns geschaffen hat sowie das Sonnensystem,unsere Erde und all die anderen Himmelskörper. Wenn das der Fall ist - sollten wir dann nicht herausfinden was dieser Schöpfer von mir erwartet wenn ich "in seinem Eigentum" bin und dessen willen folgen?

Ich glaube nicht an einen Schoepfungsakt dieser Art. Ich glaube eher an eine Art kosmischer Evolution, wenn dieser Begriff hier ueberhaupt Anwendung finden darf. Ich glaube auch nicht an das Intelligent Design, denn selbst wenn die Parameter in diesem Universum dafuer sprechen moegen, so gibt es nicht den geringsten Beweis fuer eine Intelligenz, die diese Parameter und Konstellationen bewusst erschaffen hat, um Leben hervorzubringen. Ach ja, Leben... das Christentum ist eine anthropozentristische Religion, die natuerlich den Menschen bzw. die menschliche Spezies allein in den Mittelpunkt stellt, jedenfalls in Bezug auf Gott. Irgendwie erkenne ich darin ein Defizit, aber das ist ein weitgehendes Thema.

Ich persoenlich fuehle mich nicht als Eigentum eines imaginaeren Schoepfers. Vielmehr fuehle ich mich als Bestandteil dieses Universums, was wohl ein gewisses kosmisches Bewusstsein voraussetzt. Um auf die mormonische Glaubenslehre zurueckzukommen, waere da natuerlich die geistige Komponente. Nach der Glaubenslehre sind wir Geistwesen, denen Gott einen Koerper gegeben hat. Geistwesen... waere da doch bloss nicht die Psychogenese, durch die wir eigentlich charakterlich und mental erst zu dem werden, was wir sind. Aber auch ich tendiere zu der Annahme, dass es ein geistiges Korrelat zu unserer individuellen Existenz gibt, und Roger Penrose schrieb einmal (siehe "The Emperor’s New Mind"), dass quantenphysikalische Prozesse von Bedeutung seien, und dass ohne quantenphysikalische Erklaerungsmodelle das Phaenomen des menschlichen Bewusstseins nicht erklaert werden koenne.

Warum herausfinden, was ein "Schoepfer" von einem erwartet? Es ist uns doch bereits in die Gene gelegt worden, oder? Jetzt komme mir bitte nicht mit der Freiheit der Entscheidung, denn das ist ein Maerchen. Neurophysiologische Erkenntnisse belegen, dass fuer unsere Entscheidungen konkurrierende neuronale Systeme ausschlaggebend sind. Wahrscheinlich gaukelt unser Gehirn uns nur vor, dass wir "freie" Entscheidungen treffen. Falls das stimmt, bestaetigt es deine These, "dass LUZIFER absolut real ist".;-)

>Die andere Möglichkeit wäre(lassen wir mal Reptiloiden, Alienaufzucht und Bevölkerung anderer Spezien unter uns in diesem Beispiel weg) wie wir von Darwin wissen, die Evolution. Natürliche Auslese und der stärkere siegt und entwickelt sich weiter. Wäre diese Theorie, wie Darwin sie selbst nennt, reell würde unsere Umwelt doch deutlich anders aussehen.

Einspruch, Euer Ehren! Unsere Umwelt und die Konstellation auf diesem Planeten entspricht meiner Meinung nach exakt dem Ergebnis seiner (Darwins) Evolutionstheorie.

>Heute würde ich den ersten  Satz(Wer Gott sucht, findet ihn vielleicht sogar wirklich bei den Mormonen, aber die Wahrscheinlichkeit, ihn auch auf anderem Wege zu finden, halte ich in etwa fuer gleich gross.)  verneinen,basierend auf meinen Erfahrungen und Kenntnisstand. Bzw. muss erst geklärt werden welchen Gott du suchst? Je nachdem welcher das ist findest ihn WIRKLICH bei den Mormonen..Aber das ist nicht der Gott der Bibel und der Schöpfung.

Welcher Gott ist es denn? Das mormonische Glaubenskonzept basiert doch gerade auf der Bibel und dem Schoepfungsmythos. Aber es geht darueber ja noch weit hinaus, wie du weisst. Ja, welchen Gott man auch sucht, so sollte man ihn vielleicht nicht personifizieren. Oder doch? Bei den Mormonen ist es der Himmlische Vater, es ist Jesus, es ist der Heilige Geist, drei Personen oder Entitaeten, einig in ihrer Intention. Bei den Lakota und anderen American Natives war / ist es der Grosse Geist, und obgleich die Lakota hinter jedem Baum oder Strauch einen Geist vermuteten (vielleicht tun sie es heute noch, und die "Medizin" der Lakota wurde von anderen Staemmen, z.B. den befeindeten Crow, bewundert und zugleich gefuerchtet), gab / gibt  es bei ihnen wohl ein ausgepraegtes kosmisches Bewusstsein, das ich gerade angesprochen habe. "Grosser Geist" oder "Great Spirit" gefaellt mir daher ganz gut, auch wenn ich damit nichts Konkretes verbinde - wohl aber etwas GEGENWAERTIGES, dem man BEGEGNEN kann, wie ich ja schon ausfuehrte.

>Wenn du nur den Geist der Erleuchtung suchst dann geh gleich zu den Freimaurern.

Never. Mit meinen fast sechzig Jahren halte ich mich fuer vernuenftig genug, nicht um einen Totenkopf herumzutanzen oder irgendwelche bloedsinnigen Rituale zu vollziehen oder ueber mich ergehen zu lassen. Mag sein, dass die Freimaurer Erleuchtung suchen, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass sie sie nicht finden. Ein Indiz dafuer ist auch, dass sie mich noch nicht in eine ihrer Logen berufen haben. :-) (Bekanntlich kann man ihnen nicht einfach so beitreten.)

Und auch wenn ich die Priesterkluft der Mormonen beim Endowment bzw. im Tempel so betrachte, wie man es im Internet sehen kann (ich war ja nie in einem dieser Tempel) bzw. wie es geschildert wird, weiss gewandet und mit einer Art laecherlich anmutender Baeckermuetze komische geheime Zeichen wie bei einer amerikanischen Strassengang ausuebend, dann kommen mir da schon erhebliche Zweifel in Hinsicht auf deren Geisteszustand.

>moontan Ich kenne deine Einstellung bisher noch nicht. Aber die Ansicht klingt halt einwenig esoterisch.
>Beschreib doch mal genauer welchen "Gott" du suchst oder dir wünscht...

Ich bin gewiss kein Esoteriker, und ich mag Esoteriker nicht einmal. Bevor man weiter nach "Gott" sucht, sollte man sich selbst erst einmal finden, und es wird allmaehlich Zeit dafuer, was mich betrifft, in endless nights, billions of stars above, walking through the deserts of desire.X-|  Manchmal habe ich eine etwas lyrisch anmutende Komponente, die zum Ausdruck kommt. Aber keine Angst, ich nehme keine Drogen.;-) Und um deine Frage etwas konkreter zu beantworten: Ich war ja fast schon so weit, zu glauben, ihn (Gott) gefunden zu haben, aber habe dann, so wie du, diesen Glauben verloren. Irgendwie war ich so etwas wie ein staendiger "Untersucher", wie die Mormonen sagen, und habe dabei mehrere Tauftermine abgesagt. Vielleicht war ich eine gewisse Zeit auch so etwas wie ein "dry Mormon", wer weiss? Alles in Allem habe ich etwa zehn Jahre mit dieser Sache verbracht, und ich war in vielen Internetforen (auch lds.net / forums und anderen amerikanischen Religionsforen). Das Thema beschaeftigt mich immer noch, aber nicht mehr so intensiv, und ich weise die Missionare mittlerweile ab, wenn sie bei mir anklingeln. Es ist alles gesagt.

>P.S. der heutige Zeitgeist zerstört auch die Suche für viele.. Deine Wahrheit, meine Wahrheit.. so wie das Wort Wahrheit heutzutage zweckentfremdet bzw mit neuer Bedeutung versehen wird hat es wenig Gewicht im Vergleich zu "früher".. Überall Wahrheiten und immer weniger Unwahrheiten - sollte zu denken geben

Du hast sicherlich Recht, aber war der "Zeitgeist" jemals anders? Blick mal in die Vergangenheit, und das, was du meinst, gab es doch schon immer. Natuerlich nicht im Garten Eden, aber so weit muss man ja nicht unbedingt zurueckblicken.;-) Wahrheit findet man uebrigens in den Naturwissenschaften, und das bestaerkt mich in dem Glauben, dass Gott sich im naturwissenschaftlichen Erkenntnisgewinn offenbart. Vielleicht ist DAS der "Gott", den ich suche? Auf keinen Fall ist es der mitunter zornige alte Herr aus dem Celestialen Reich, der Blitze schleudert und Sintfluten schickt oder so manchen mit der ewigen Verdammnis belegt.:-| Manchmal frage ich mich uebrigens, infojaeger777, warum der "Himmlische Vater" es denn eigentlich wollen sollte, dass wir uns ihm und einer "Priesterschaft" ergeben, Rituale befolgen und ihn anbeten. Und ich frage mich dann immer, was diese Intention von der Luzifers unterscheidet. Aber das nur am Rande.

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