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Verfasser: Ex-Bischof
Datum: Dienstag, den 26. August 2014, um 7:06 Uhr
Betrifft: Guten Morgen..

...einige meiner persönlichen Glaubensansätze finde ich in Deinem Posting und freue mich sehr darüber.:-)

Interessant finde ich auch die Frage, ob der Mensch ein Geistwesen ist, in einem sterblichen Körper, also der Erfahrung der Sterblichkeit ausgesetzt, wie es die mormonische Glaubenslehre impliziert, oder ob der Mensch eine rein materielle bzw. biologische Lebensform darstellt.

Ich glaube fest daran, dass wir Geistwesen mit irdischem Körper sind. Habe mich einige Zeit mit der Nahtodforschung beschäftigt und kam, für mich, zu dem Ergebnis....unser Bewusstsein, unsere Seele, lebt nach dem Tod unseres irdischen Körpers in einer anderen Sphäre weiter. Als Christusnachfolger, der ich sein möchte, fällt mir so vieles in diesem Leben leichter und meine Angst vor meinem bevorstehenden Tod ist fast verschwunden.

Wie sieht es mit dem menschlichen Bewusstsein aus? Könnte es auch in ähnlicher Form in Machinen erweckt werden? Ich glaube es nicht, denn neuesten neurophysiologischen und neuropsychologischen Erkenntnissen gemäß ist unser Körper und unsere Psyche (Geist)  viel enger und unentflechtbarer miteinander verbunden, als man bislang annahm. Man kann Bewusstsein wohl nicht einfach erschaffen, und die Frage ist, ob dies nur von der Komplexität abhängt oder ob es noch eine andere, verborgene Komponente gibt.

Das sehe ich genau so wie Du, hier kann man sicher auch die göttliche Herkunft unseres Daseins, körperlich wie geistig, ablesen.

Dennoch, die Frage, ob menschliches Bewusstsein auch in Maschinen erweckt werden könnte stellt eine Herausforderung dar. Die Kognitionswissenschaft befasst sich z.B. in Sachen künstliche Intelligenz damit, inwieweit Maschinen überhaupt Bewusstsein entwickeln müssen, um Informationen zu verarbeiten, um daraus dann so etwas wie künstliche Intelligenz entwickeln zu können. Allerdings gibt es dabei noch das Problem, dass Bewusstsein an sich sehr schwer zu definieren ist. Kognition ist ja auch ein unbewusster Prozess, also nicht immer zwangsläufig bewusst ablaufend. Es gibt ja z.B. das unbewusste Lernen, und aus diesem unbewussten Lernen heraus folgen intelligente Verhaltensweisen in vielfältigster Form, was mitunter fälschlicherweise als bewusst vorgenommene Handlungen oder Reaktionen missinterpretiert wird.

Wenn ich diesen Abschnitt Deines Posting lese, regt es mich sehr zum Nachdenken an und zeigt mir wie klein und unwissend ich eigentlich bin.

Ich finde, dass sich Glaube und Wissenschaft in vielen Bereichen unserer Existenz - wunderbar - ergänzen. Lernen scheint, in der Tat, die Hauptfunktion unseres irdischen Lebens zu sein.

Ferner teilen sich die Ansichten auch dahingehend, ob das Bewusstsein etwas mit Quantenphänomenen (z.B. Quantenverschränkung http://de.wikipedia.org/wiki/Quantenverschr%C3%A4nkung) zu tun hat oder ob Bewusstsein sich nur in der makroskopischen Welt abspielt, also unbeeinflusst von diesen Phänomenen, wie sie in der Quantenwelt beobachtet werden. Jedenfalls scheint es so, als ob es keine ausreichenden Beschreibungen des Bewusstseins gibt, die in irgendeiner Form nicht doch quantenphysikalische Aspekte mit ins Spiel bringen. Möglicherweise könnte man dann nicht mehr nur von chemo-elektrischen und durch Neurotransmitter verursachten Zuständen sprechen, sondern müsste auch eine geistige Existenzform oder eine Art geistiges Korrelat mit in Betracht ziehen, dessen Beschreibung sich den uns bekannten Gesetzen der Physik entzieht.

Von der geistigen Existenzform in einem irdischen Körper bin ich fest überzeugt. Du hast das sehr verständlich erklärt.

Interessante Ansichten dazu liefert auch ein Buch, das ich mir mal vor sehr langer Zeit gekauft habe, "The Emperor’s New Mind" von Roger Penrrose, einem britischen Mathematiker und Naturwissenschaftler. Deutsche Ausgabe: "Computerdenken".

Ich glaube, Religion und Naturwissenschaft sollten einander mehr an Berücksichtigung finden. Dies setzt natürlich voraus, dass sich religiöse Konzepte flexibel in der Hinsicht zeigen, dass sie naturwissenschaftlichen Beweisen und Erkenntnissen gegenüber offen sind.

A M E N !

Liebe Grüße...:-)

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