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der Beitrag:
Verfasser: nadezhda
Datum: Sonntag, den 21. April 2013, um 14:15 Uhr
Betrifft: my 2 cents

so nun gibt es my 2 cents
nahezu keiner, der da sitzt, wird denken,
dass du einen Therapeuten brauchst.
nahezu jeder der da sitzt ist davon
überzeugt, dass du "die Wahrheit" brauchst,
um "zu genesen". Eine Psychotherapie ist
Teufels Werk, es sei denn es ist ein
hirngewaschener aus deren Verein, dem du
dich öffnest.
Das grobe Ziel einer Therapie ist ein selbst
bestimmtes, freies Leben zu führen, das
Ziel einer Sekte ist immer UNfreiheit, ein
restriktives reglementiertes Leben.
Deine Entwicklung, liebe Medea, und das ist
bitte nicht falsch zu verstehen, ist genau
jene, die diese Menschenfänger sehen
wollen.
Dein Leben ist offenbar gerade chaotisch,
die Sekte gibt dir Ordnung
Dein Leben hat offenbar ein Fundament,
deine Beziehung, verloren das ist ja
meistens nicht nur der Lebenspartner, der
weg ist, sondern ein emotionales und
soziales Konstrukt - im positiven wie im
negativen. Die Sekte "hilft" dir ein neues,
festes Fundament zu giessen, bedienen
ganz geschickt deine Bedürfnisse und
spinnen ein Netz um dich herum. Dabei
verstehen sie es hervorragend ihre Makel
und Dellen zu vertuschen und zu
überdecken, dir aber mehr und mehr den
fiesen grell ausgeleuchteten Spiegel
vorzuhalten, damit du "erkennst", was für
ein verlorenes armes Seelchen du doch bist.
Du schreibst, dass du dich niemals auf die
Mormonen eingelassen hättest, wärest du
in einer psychisch stabilen Lage gewesen.
Allein dieser Satz sollte sämtliche
Alarmglocken schrillen lassen. Warum
nicht? Wäre doch die Kirche die Krone auf
einem tollen Leben, macht sie doch alle
Menschen noch glücklicher und zeigt ihnen
noch mehr Möglichkeiten des Wachstums
auf. Ich kenne  KEINEN Konvertiten der
nicht psychologisch auffällig wäre. Ich habe
auf meiner Mission nicht einen überzeugen
können, der zufrieden mit seinem Leben
war, jedoch einige die labil waren, zu einem
"tollen, gesegneten" Leben quatschen
können. Wofür ich mich heute noch schäme.
Du fühlst dich " aktuell
stark und unabhängig....Dir bringt es
etwas...." kannst du diese Stärke und Unabhängigkeit näher definieren? Was
macht dich stark? Was macht dich frei?
Du fühlst dich zu nichts verpflichtet - dafür
tanzt du aber ganz schön nach deren pfeife.
Und das wissen die auch. Und ebenso
genau, wie es so bleibt. Die Mormonen sind
geduldig, glaub mir. Ich kenne Untersucher,
die länger dabei sind als manch ein
Bekehrter. Die Missionare kommen und
gehen und auch wenn du es nicht hören
magst: Du bist für sie ein Mensch, der zur
Kirche geführt werden soll, der Teil eines
kommerziell orientierten Betriebes werden
soll - letzteres unterstelle ich keinem
Missionar als echten Beweggrund  - und
dennoch sollst du diese Kirche mit
finanzieren auf Gedeih und Verderb deinen
Zehnten, Fastopfer, Missionarsfond usw.
"spenden" du sollst deine gesamte Freizeit
aufwenden um zu dienen - sei es nun
Putzdienste, Berufungen, Besuche,
Aktivitäten, Belehrungen, Konferenzen und
"Mitgliedermissionsarbeit" - du wirst genug
eingebunden um dich doch irgendwie
wichtig zu fühlen.
Ich will dir keine Illusionen machen - aber
die Missionare sind solange deine Freunde
solang es dem Ziel dienlich ist.
Und auch in aller Regel auch nur solange
sie im Dienst sind.
Du bekommst immer genau das, wonach
du lechzt "Flirt to convert" ist mehr als ein
dummer Spruch sondern eine gewollte
Masche. Auch wenn sich einer oder eine
mal etwas verbrennt, dann gibt es eine
Versetzung - ich selber weiss von heftigen
"Regelverstößen"- aus meiner
Missionszeit ...keine(r) wurde unehrenhaft
entlassen, sondern nur an das andere Ende
der Mission versetzt.
Glaub mir, ich weiss zu gut und genau
wovon ich in diesem Punkt spreche, von
beiden Seiten.
Medea, du kannst auf lange Sicht nur
verlieren - zu Beginn geht es gar nicht so
sehr um das Evangelium sondern darum,
dir eine Umgebung zu geben, in der du dich
wohlfühlst. Und darin sind sie gut. Du wirst
anfangen Kompromisse zu machen - erst
im Kleinen dann im Größeren.
Du wirst "offiziell" dem Wort der Weisheit
folgen, dein Käffchen aber weiterschlürfen.
Da kenne ich seeehr viele.
ich erinnere mich an eine sehr liebe, resolute Dame, weit über
80, die sich im stolzen Alter von 74 taufen
ließ. Ich habe sie oft besucht, wir hatten
großartige Gespräche - bei Kaffee und
Kuchen;-) - und ich fragte sie einmal,
warum sie sich hat taufen lassen. Ihre
Antwort werde ich nie vergessen: "Ach Kind
doch nicht weil ich glaube, dass so ein
Spinner im Wald Gott gesehen hat - heute
könnte man ihm ja helfen, aber das darf
man da ja keinem sagen. Ich wollte einfach
nicht alleine sein und den jungen Leuten
einen Gefallen tun. Sie haben ja nicht soviel
Erfolg und mein Missionar tat mir so Leid,
er hatte niemanden taufen können und
sollte bald nach Hause. Er hätte vielleicht
eher ein junges Mädel im nassen Kleid
sehen wollen, aber so konnte er  zu hause
wenigstens erfolgreich berichten. Und er
ist mir ans Herz gewachsen. So nett und
höflich und hinter dem Namensschild auch
nicht ganz dumm. Und dank den
Missionaren kann ich mein Englisch
aufbessern - ich will ja nicht da oben
einrosten."
Ganz banale, menschliche Gründe, sich der
Kirche anzuschliessen.
Gut, du bist nun nicht über siebzig - aber
deine Gründe, dich mit denen einzulassen -
ganz banale, menschliche Gründe. ...

liegrü nadezhda

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