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Seite erstellt am 3.12.22 um 23:45 Uhr
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der Beitrag:
Verfasser: Gipfelstürmer
Datum: Sonntag, den 13. Dezember 2009, um 12:11 Uhr
Betrifft: Ja, mir san mi’m Radl da

Lieber Timm1,

vielen Dank für Deinen ausgiebigen Beitrag, den ich sehr gerne gelesen habe. Du musst Deinen Weg selber finden. Ich denke mal, ich gehe nicht zu weit, wenn ich sage, dass sich in diesem Ex-Mormonen-Forum hauptsächlich Leute zu Wort melden, die mit der HLT-Kirche unzufrieden sind oder sie schon längst verlassen haben. Menschen, die gerne in die Kirche gehen, sehen eher wenig Anlass, sich hier zu äußern. Ich stelle in dieser Hinsicht vermutlich eine große Ausnahme dar. Die Ausführungen der vielen Personen, die nun froh sind, nicht mehr in den Gottesdienst zu gehen und am Sonntagmorgen stattdessen zu Hause gemütlich frühstücken zu können, ist nachvollziehbar. Warum sollte man am Wochenende zeitig aufstehen, um sich mit Leuten zu umgeben, die einem auf den Wecker gehen und warum sollte man sich Ansprachen anhören, denen man nichts abgewinnen kann? Ich kann auch alle Menschen verstehen, die kein Verständnis dafür haben, mit Vereinskollegen am Wochenende mit dem Fahrrad Berge rauf- und runter zu fahren. Wenn man schon auf den Berg will, muss man nicht früh aufstehen und hochradeln. Man kann auch mittags mit der Seilbahn hinkommen. Auch hier kann nichts entgegensetzen. Warum auch? Menschen sind verschieden. Ich kann jedenfalls nur sagen, dass ich beim Radfahren in der Gruppe unheimlich viel Spaß habe und dass es für mich kaum etwas Schöneres gibt, als am Gipfel eines Berges nach einer anstrengenden Fahrt gemeinsam Pause zu machen und die Aussicht zu genießen. Ich kann dabei so richtig entspannen und ziehe daraus meine Energie für den Alltag. Und körperlich tut es mir auch so richtig gut. Wenn die Sache allerdings an sich so wahnsinnig toll wäre, würde ja jeder am Wochenende mit dem Fahrrad durch die Gegend fahren. Das ist aber nicht der Fall. Und wenn man jemanden dazu nötigen würde, hätte die Sache keinen Sinn. Ähnlich verhält es sich bei mir mit dem Kirchenbesuch. Ich kann hier von meinen Alltagssorgen Abstand nehmen, treffe nette Leute, die ähnliche Werte haben wie ich, und kann mich in verschiedener Weise einbringen, um das Leben Anderer zu erleichtern. Ich verstehe alle Menschen, denen weder die Aussicht auf dem Berggipfel nach einer Radetappe oder der Gottesdienst am Sonntag fehlen. Mein Leben wäre ohne diese Dinge jedoch sehr viel ärmer. Ich fahre nicht Fahrrad oder gehe nicht deswegen in die Kirche, weil ich mich hierzu verpflichtet fühle, sondern tue beides aus rein egoistischen Motiven. Auf diese Weise komme ich persönlich zur Ruhe und kann meinen Alltag besser meistern. Dazu stehe ich, auch wenn Leute sagen: „Du spinnst wohl? Was hat das denn mit Ruhe zu tun, wenn Du Dich beim Radfahren abstrampelst und schwitzt wie ein Schwein? Ich lege mich lieber auf mein Sofa und ruhe mich aus.“ Wenn Du in den Gottesdiensten der HLT-Kirche „geschliffene“ Ansprachen, intellektuelle Stimulation, stets souverän agierende und sozial kompetente Menschen oder sonntägliche Gemütlichkeit suchst, wirst Du sicher enttäuscht werden. Diese Bedürfnisse lassen sich woanders besser erfüllen. Aber das ist okay.

Viele Grüße

Gipfelstürmer

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