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Beitrag 35 von 38
zum Thema Mal ueber den Zaun geblickt...
Seite erstellt am 20.4.24 um 19:12 Uhr
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der Beitrag:
Verfasser: Renate
Datum: Sonntag, den 13. Januar 2002, um 19:59 Uhr
Betrifft: Antwort für Reinhold

>hallo dirona jetzt habe ich zeit ,eine frage noch kann man auch offline antworten?

Meinst du jetzt, hier im Forum offline schreiben? Das hab ich noch nie probiert. Aber du kannst diesen Beitrag komplett kopieren - entweder mit der linken Maustaste, oder mit "STRG und A", dann "Strg und C" drücken - dann öffnest du ein Fenster in deinem Schreibprogramm und drückst "STRG und V" - dann kannst du in Ruhe offline antworten und deine Antwort später auf die gleiche Weise ins Forum zurückkopieren. 

>ich selbst hatte auch schon mit zweifel und hoffnunglosigkeit zu kämpfen,aber ich hatte zuviele zeugnisse für mich gewonnen,bei jeden zweifel verspürte ich die macht des heiligen geistes und ich erkannte die ungerechtigkeit meiner fragen und meiner zweifel.ungrecht deshalb weil ich darauf schon eine antwort erhalten hatte.

Das hatte ich auch gedacht. Doch ich erkannte, dass ich selbst es war, die mir die Antworten gab. Denkst du wirklich, Gott würde Fragen und Zweifel als ungerecht empfinden? Was für ein Gott ist das, an den du glaubst? Einer, der die Menschen nicht versteht, der sich über ihre Fehler wundert, obwohl er sie mit diesen Fehlern geschaffen hat?

>ich habe diese erfahrung mit den lesen der bibel gemcht ,genaugesagt mit der kinder-bibel hier stand darin das der mensch gott vergießt und sich auf sich selbst verläst und dadurch verliert er seinen platz im himmelreich,das hat mir angst gemacht ihn später einfach zu vergessen,als kind sprach ich ein stoßgebet zu ihm das er es nicht zuläßt und mir einen engel schickt falls ich den glauben verliere.

Meinst du nicht, dass dieser Gott, den du da beschreibst, viel zu menschlich ist? Genau solche Aussagen wie "die Drohung, den Platz im Himmel zu verlieren, wenn man nicht funktioniert" haben mich zum Nachdenken gebracht. Ich konnte mir den Schöpfer des Universums niemals so kleinlich, so ignorant, so selbstherrlich vorstellen. Das alles haben Menschen in einen Gott hineingedacht. Menschen, deren Verständnis von einem Gott, aufgrund ihrer begrenzten Möglichkeiten, nur zu diesem Gottesbild ausreichte.

>wie meinst du das?ich stoße mich nicht an jemanden an der das wort der weisheit nicht hält

Nein, so meinte ich das nicht. Ich schrieb: Manchmal braucht man einen Anstoß von "aussen" um zu erkennen was falsch läuft. Dies sollte einen aber nicht dazu verleiten, die "Quelle des Anstoßes" jetzt als makellos und allwissend zu sehen  Und ich meinte damit, dass manchmal im Leben etwas total falsch laufen kann, das man selbst oft nicht bemerkt oder zu dem keine Kraft findet, es zu ändern. Ein "Anstoß von aussen", ein anderer Mensch könnte einem da oft helfen zu erkennen. Wenn das der Fall ist, ist man meistens dankbar dafür und könnte dann den Fehler begehen, zu denken, dass dieser Mensch, der auf irgendeine Art geholfen hat, absolut immer Recht hat, in allem was er sonst noch sagt. 

>nun ja das hab ich erfahren,ein rebell war ich ja nicht aber in meinen inaktiven zeit war ich so ziemlich auf mich alleine gestellt, man liess mich in ruhe und ich hatte viel zeit um mit mir ins reine zu kommen,ich selbst war damit beschäftigt mich zu fragen was wird morgen sein und wohin gehst du,als ich wieder zur kirche ging hatte ich ein ungutes gefühl aber keiner verurteilte mich ,

Warum sollten sie auch? Du warst ja ein reuiger Sünder, der zurückgekehrt ist. Wie ist das aber mit jemanden, der sich bewusst von der Kirche löst, sie kritisch betrachtet und seine Kritik auch ausspricht? Wenn der trotzdem noch mit seinen mormonischen Freunden zusammensein will, oder auch "nur" mit seiner mormonischen Familie? Das beste was ihm passieren kann ist, dass er großmütig geduldet wird. Ausnahmen gibt es selbstverständlich! Das hat aber nichts mit den Lehren der Kirche sondern mit dem Charakter des einzelnen Menschen zu tun.

>heute bin ich fest in der kirche und fülle mich wohl.

Schön für dich, wenn es wirklich so ist. Ich hätte da nur noch eine Frage: Wieso bist du hier in diesem Forum? Nicht, dass du nicht willkommen wärest, das bist du!:-) Es interessiert mich nur, was ein glücklicher zufriedener Mormone in einem Exmormonen-Forum macht?

>den glauben als gefängnis sehen,das verstehe ich nicht.außer man lebt etwas was man absolut nicht will,zum beispiel ich würde nie in ein kloster gehen das wäre für mich ein gefängnis,andere sehen das anders,das heist ich schaffe mir freiheit oder gefängnis.

So wie du ein Kloster als Gefängnis empfinden würdest (ich übrigens auch), empfinde ich es als Gefängnis mir vorschreiben zu lassen, was ich denken darf, wie ich zu leben habe, wie ich mir Gott vorstellen soll und was Sünde ist.

>natürlich kann ich nicht behaubten ich bin ein christ und lebe nicht danach,aber ich kann denoch frei und glücklich sein wen ich dadurch einen sinn sehe dazu brauche ich glauben und ein zeugniss,all das mußte ich mir erarbeiten.aber ok auch ich hatte gebote die ich nur aus gehorsamkeit befolgte,heute ist das anders,lebe die gebote und sie machen dich frei,ich hoffe du fliebst nicht gleich aus.

Keine Angst.;-) Doch in deinen Worten natürlich kann ich nicht behaubten ich bin ein christ und lebe nicht danach,aber ich kann denoch frei und glücklich sein wen ich dadurch einen sinn sehe dazu brauche ich glauben und ein zeugniss, liegt der Zwang, den ich meinte. Ich muss in den Geboten des Christseins Sinn finden. Nur dann kann ich "glücklich" sein.

1. Die Gebote des Christseins legt jede Glaubensgemeinschaft anders aus.

2. Ich muss mich zwingen darin Sinn zu finden, auch wenn er durch nichts begründet ist. Sonst kann ich dabei nicht glücklich sein.

3. Ich brauche ein starkes Zeugnis. Was ist ein Zeugnis? Etwas, dass mir jemand suggeriert? Das ich mir selbst suggeriere? Wenn man sich etwas lang genug einredet, glaubt man es am Ende. Und genau darauf läuft ein "Zeugnis" hinaus. Andere Grundlagen besitzt es nicht!

>lebe die gebote und sie machen dich frei,

Sicher, wenn man es sich wieder und immer wieder einredet ... allerdings machen sie nicht frei, sie lullen ein, sie gaukeln einem Sicherheit vor, die es nicht gibt.

>wen jemand beginnt zu glauben hofft er auf etwas was man nicht beweisen kann,deine worte klingen sehr hoffnungslos,

Oh nein, das sind sie ganz und gar nicht. Es ist auch okay an etwas zu glauben und auf etwas zu hoffen, dass man sich wünscht. Aber nur so lange man sich darüber im Klaren ist, dass es nur eine Hoffnung ist, mehr nicht. Und das man jederzeit diese Hoffnung gegen andere austauschen kann, wenn man erkennt, dass sie nicht zu verwirklichen ist. Schlimm ist es, wenn man sein ganzes Leben auf eine Hoffnung aufbaut. Denn dann betrügt man sich selbst.

>ich kann dir leider nichts von meinen licht geben,meine worte werden dich nicht überzeugen können,

Deine Worte waren einmal auch meine Worte. Ich habe sie als Irrtum erkannt. Seitdem bin ich wirklich frei und mein Leben ist voller Licht, Freude und Erwartung. Ja, es gibt mehr Licht als in der Zeit meines Glaubens. Doch von diesem Licht kann ich leider auch nicht viel an dich weitergeben.

>einmal kommt der punkt wo du alleine bist,wo du beten mußt oder solltest dann frag gott und lass zu das du ihn verstehst.seine liebe verspürst du sicher.

Dieser Punkt kommt immer wieder im Leben eines Menschen, einfach weil jeder Mensch im Grunde allein auf sich gestellt ist. Man muss lernen auf sich und seine Kraft zu vertrauen, nicht auf einen Gott, den Menschen erfunden haben und dem man nirgendwo begegnet, wenn man wirklich ehrlich ist. 

Man muss den Mut finden seinen persönlichen Weg zu gehen vom Anfang bis zum Ende. Andere Menschen können dich ein Stück deines Weges begleiten, doch letztendlich geht jeder seinen Weg allein und ist sich selbst für sein Leben verantwortlich. Der Sinn besteht darin, den anderen in jeder Situation so zu behandeln wie man selbst erwartet in gleicher Situation, vom anderen behandelt zu werden. Danach sollte man streben und sich selbst verzeihen, wenn man es nicht immer schafft. Und man sollte lernen sich selbst zu lieben, denn nur dann ist man in der Lage andere zu lieben. Seine Liebe auf einen erfundenen Gott zu konzentrieren, ist Zeit- und Kraftverschwendung. es gibt so viele reale Menschen und Dinge, die man lieben kann. Diese Einsicht macht frei, glücklich und zufrieden.;-)

>wünsche ich dir auch vieleicht schreiben wir uns ja wieder viel spass und freude im leben

Danke, ich arbeite daran.;-) Und ich wünsche dir auch viel Spaß und Freude im Leben!:-)

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