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Verfasser: Trzoska
Datum: Mittwoch, den 30. September 2009, um 22:36 Uhr
Betrifft: Antworten

>zeitnah innerhalb der nächsten Monate vorgezeichnet<
Die HLT-Kirche ist eine von Business-Leuten geführte Organisation und entsprechend gelten da auch die entsprechenden Managerregeln- und Tricks. Sind diese Tricks bis unten durchgedrungen, dann ist klar, dass der Bischof dir Ziele setzt und dich in diese Richtung puschen will. Es gibt für jedes Mitglied einen Plan mit Wegmarken: Taufe etc., Berufungen, Priestertum, Tempelendowment, Mission, Heiraten, Kinderkriegen, höhere Berufungen, Kinder auf die gleiche Spur bringen und darüber glücklich sein, dass Kinder und Enkelkinder denselben Weg gehen. Alles andere ist im Sinne der Kirche nichts wert.
Die Würdigkeit für den Tempelschein ergibt sich für dich aus dem Halten der Gebote (Keuchheit, Wort d. Weisheit, Zehnten...) und der Bereitschaft, Berufungen anzunehmen.

>Muss man dann bei diesem Endowment wirklich damit rechnen von einer fremden Person "angefasst" zu werden?<
Bei diesen Vorverordnungen (Waschung und Salbung) wird alles im Gegensatz zu früher symbolisch durchgeführt. Der Amtierende benetzt seine Finger mit Wasser und während er den Segenstext heruntermurmelt, berührt er entsprechende Körperteile auf der Haut (Stirn, Augen, Nase, Mund usw.). Wenn es an die ewige Vermehrung geht, wird man im Bereich des Kreuzbeins berührt und nicht in der Schamgegend. Der gleiche Ablauf findet bei der Salbung statt, während man bei all diesen Zeremonien über der nackten Haut ein ponchoartig geschnittes, weißes Tuch trägt, dass neuerdings an den Seiten geschlossen ist. Früher konnte der Amtierende seitlich mit der Hand an die entsprechenden Körperteile langen, wie er es jetzt macht, weiß ich nicht.
Nach der Waschung und Salbung wurde man in sein Garment gekleidet, das man von da an immer als seine Unterwäsche tragen sollte.
Beim Endowment selbst reduziert sich das körperliche Berühren nur auf das Weitergeben der Freimaurerhandgriffe und eine Umarmung durch den Schleier mit dem Tempelarbeiter dahinter, was vor 1990 wie bei den Freimaurern die "5 Punkte der Gemeinschaft" war: Mund zu Ohr, Brust an Brust, Knie an Knie und Fuß an Fuß (der Handgriff kam als 5. Berührungspunkt dazu); heute hält man keusch entsprechenden Abstand und flüstert in der Urarmung dem Tempelarbeiter den Namen des 2. Kennzeichens des Melchisedekischen Priestertums ins Ohr, während man es im Handgriff mit seinem Gegenüber ausführt.

>das das Buch Mormon wahr ist, nur steht da über die ganzen Zeremonien nicht viel oder gar nichts drin, was bei mit den Eindruck erweckt, dass "böswillig" Dinge von irgendwelchen Kirchenoberen hinzuerfunden worden sind.<
Das Buch Mormon stammt, was die religiösen Anteile betrifft aus der Feder Sidney Rigdons, der dort seine Ansichten aus campbellitisch/baptistischer Sicht unterbrachte. Entsprechend war die HLT-Kirche anfangs eine reformierte Baptistenkirche. Erst als Joseph Smith in das Freimaurertum eingeführt wurde, ging ihm ein neues Licht auf, und er entwickelte mit dem alten Freimaurer Brigham Young das Endowment als Werkzeug, die Mitglieder unter Todesandrohungen (!) mit Geheimbündnissen an die Kirche zu binden. 1990 wurden die letzten markanten Überbleibsel (die Vorführung der Strafen an sich selbst, die einen beim Verrat des Tempelbündnisses drohten) aus dem Endowment gestrichen.

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