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zum Thema Lieber John Doe
Seite erstellt am 27.6.22 um 22:17 Uhr
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der Beitrag:
Verfasser: Edgar
Datum: Donnerstag, den 9. November 2000, um 8:57 Uhr
Betrifft: Lieber John Doe

Lieber John Doe

Ich nenne Dich mal so, weil es ja auch möglich sein könnte, dass aus einem Saulus der die Christen verfolgte ein Paulus wird. Dies kann allerdings nicht aus unserem Briefwechsel, wo wir auf verstandesmässiger Ebene korrespondieren entstehen, es könnte nur durch eine persönliche Erfahrung mit Christus direkt geschehen. Darauf habe ich keinen direkten Einfluss.

Nun zu Deinen Brief über die Unterschiede Christentum – Mormonentum.
Den Brief habe ich leider erst gestern gelesen. Da ich zu Deinen Fragen auch eine gewisse Zeit der Überlegung. brauche folgt darum meine Antwort mit einer gewissen Verzögerung. Es ist hier auch nicht möglich auf Alles einzugehen.

Die Unterschiede zwischen den Mormonen und den Christen könnte nicht grösser sein.

Bei den Mormonen ist Christus ein Wesen welches von Gott Vater persönlich in einer sexuellen Beziehung mit der Jungfrau Maria gezeugt wurde. Wenn man sich dies alles in der Realität vorstellt,  kommen dabei komische Sachen heraus. Gott aus Fleisch und Knochen (ohne Blut?), kam dabei aus dem Bereich des Sternes Kolob auf die Erde herunter, wo er dann eben mit der noch jungfräulichen Maria Christus zeugte. Der Heilige Geist muss dabei irgendwie Pate gestanden haben, oder als Narkosemittel gewirkt haben, den soweit ich mich erinnern kann ist Gott nach der Beschreibung einer Mormonin die ich kannte, ist er ein sehr grosses Wesen, etwa fünf mal so gross wie ein Mensch. Dieser Gott muss demnach auch logischerweise einen fünf mal so grossen Penis wie ein durchschnittlicher Mann besitzen.

Zuerst muss ich sagen, treue Mormonen bemühen sich bestimmt sehr ein korrektes Leben zu führen und auch wenn nötig "eine Meile weiter zu gehen". Sie möchten sich ihren Platz im Himmel durch eigene gute Werk verdienen. Im Gegensatz zu den vielen "Papierchristen" bemühen sie sich bestimmt ein besseres Leben. zu führen.
Warum ist eigentlich jemand
ein "Christ"?
ein orthodoxer Christ?.
ein Katholik ?
Evangelisch?
ein Buddhist.?
usw.
Die Allermeisten sind es, weil sie in diese Religion hineingeboren wurden und danach getauft, konfirmiert, gefirmt oder was weiss ich mit welchen äusseren Handlungen in die jeweilige Religion gesetzt wurden.

Bei den christlichen Glaubensbekenntnissen gibt es zudem etliche lehrmässige Differenzen, die mehr oder weniger gross sein können.

Gegenüber den Mormonen gibt es jedoch nochmals einen grossen Unterschied.
Christen haben keinen Propheten der ihnen neuartigen Prophezeiungen wie Joseph Smith bringt, aus denen dann solche Geschichten wie mit der Maria entstehen.
(Katholiken haben zwar einen Papst, das ist wieder etwas Anderes) 

Christen werden von Christus und seinem Wort geleitet, welches in der Bibel nachzulesen ist. Christus ist ihr Prophet. Im Christentum,  gibt es grundsätzlich keinen einzelne neuen Propheten, der wie  im AT eine führende Rolle spielt. Diese Aufgabe hat sich durch den Tod das Sühnopfer und die Auferstehung von Christus vollständig geändert. (Sofern man daran glaubt)

Gemäss den Aussagen der Apostel braucht es auch keine  neuen Offenbarungen mehr wie sie z.B. die Kirche der HLT hat. ( Übrigens, als ich noch Mormone war, wurde uns auch gesagt, dass Mormonen keine neuen Offenbarungen mehr brauchen. Es gebe bereits genügend neue Offenbarungen an die man sich halten müsse. Es gehe in erster Linier darum Busse zu tun).
Glaubst Du wirklich wenn Du im Jenseits angekommen bist (wiederum eine Frage des Glaubens), dass Gott oder Christus,  Dich danach beurteilt welcher Glaubensgemeinschaft  Du angehört hast? Er wird Dich vielmehr nach dem beurteilen wie Du zu ihm eine direkte persönliche Beziehung gehabt hast.

1. Die Offenbarungen der Mormonen Propheten und Apostel schiessen weit über das Ziel hinaus. Was sie sagten steht sehr im Widerspruch zu den bisherigen Aussagen der Schrift. Zudem widersprechen sich ihre eigenen Aussagen. Als Dokumentation dazu habe ich draum die Abhandlung: "An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen" ins Forum gestellt.

2. Solche Propheten, welche falsche Prophezeiungen von sich geben, werden in der Bibel als falsche Propheten und als Irrlehrer bezeichnet. Falsch sind sie deswegen, weil sich deren Aussagen nicht erfüllen und auch stark von den ursprünglichen Aussagen der Schrift abweichen. Das ist das Kriterium der Beurteilung eines Propheten.

3. Anhänger solcher Propheten bezeichnen Menschen anderer christlicher Auffassungen als irregeleitete Christen. Wenn  sich solche Propheten dann sogar selbst in ihren Tempeln zu Göttern, und in der von ihnen gebildeten eigene Religion salben, der sie zwar wohl den Namen von Christus geben, sind sie eben doch keine Christen mehr, sondern eher Heiden. Mit dem zweites Endowment, dass nicht jeder Mormone kennt,  sind sie nicht weiter als die heidnischen römischen Kaiser die sich auch als Götter anbeten liessen. Für mich sind dies keine Christen mehr, auch wenn sie den Namen von Jesus Christus als Titel ihrer Religion tragen. Die christliche Union, christliche demokratische Union, die christlich soziale Krankenkasse usw. tragen auch den Namen Christus. Meistens sind sie jedoch sehr weit vom christlichen Gedankengut  entfernt.

Für mich definiert sich ein Christ z.B. gemäss der Bergpredigt. ER lehrte dort es gebe zwei Wege.

Der Erste Weg:
============
.....Den schmalen Pfad beschreiten, ihn persönlich annehmen, nicht nur seinen Namen tragen, und dann mit ihm gehen.
Dies ist auch in seinen folgenden Aussagen enthalten:
"Niemand kommt zum Vater, den durch mich". "Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben". "Ich bin die Tür"; "Wer durch mich eingeht wird ewiges Leben haben".
"Ich bin das Wasser des Lebens" usw. 

Es heisst nirgends ein neuer Prophet wird Euch den Weg weisen, nein ER selbst ist der Weg. "ich bin in Euch, ihr seid in mir". Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht, Kinder Gottes zu werden, die an seinen Namen glauben;

Der zweite Weg:
=============
. ..... Auf der breiten Strasse gehen, wie es die meisten Menschen tun.
Dazu gehören beispielsweise , Gleichgültige, Ungläubigen, diejenigen die ihn ablehnen, die Religiösen die sich sehr  religiös geben, aber nur sein Kleid tragen, die Pharisäer, die Unentschlossenen.
Zu der zweiten Gruppe sagt ER: "Ich kenne Euch nicht, weicht von mir ihr Übeltäter."

Christen haben wohl Propheten,  aber nicht in dieser diktatorischen Art wie sie bei den  Mormonen auftreten (z.B. Joseph Smith und Brigham Young).
Christen lehnen jedoch Propheten nicht ab.

Hier folgt ein Auszug über die Gabe der Prophetie, aus einer Abhandlung die ich kürzlich gefunden habe.
(Gabentest für Gemeindeaufbau, von C. Peter Wagner)

Die Gabe der Prophetie (anderer Ausdruck: Wort der Erkenntnis)
      $
Definition:  Die Gabe der Prophetie ist eine besondere Fähigkeit, die Gott einigen Gliedern am Leib Christi gibt, die sie befähigt, eine Botschaft Gottes für sein Volk unmittelbar durch den Heiligen Geist zu empfangen und weiterzugeben.

Kurze Erläuterung:  Im Unterschied zum populären Sprachgebrauch zeigt sich diese Gabe nicht in erster Linie darin, daß zukünftige Ereignisse vorhergesehen werden. Vielmehr befähigt sie Menschen, eine Botschaft von Gott in eine ganz konkrete
Situation hinein zu sagen. Manche Christen benutzen Begriffe wie ,,Wort
der Erkenntnis", ,,Wort der Weisheit", ,,Bild" oder ,,Vision" für das, was hier
als ,,Gabe der Prophetie" bezeichnet wird.
Bibelstellen: 5. Mose 13,1-6,      1. Kor. 12,28-29
5. Mose 18,18-22     1. Kor. 14,3.22-40
1. Sam. 3,1-21      2. Petr. 1,19-21.
Mt. 7,15-20            1. Joh. 4,1-21
Mt. 24,11.23-24    Offb. 1,1-3
Apg. 15,32

Menschen mit dieser Gabe sind oder können in den folgenden Aufgaben tätig sein :

Evangelisationsveranstaltungen
Randgruppenarbeit
Segnungsdienst
Seelsorge
Auslandmission
Langzeitplanung
Pressearbeit
Gottesdienste
Hauskreise
Gebetskreise.

Gefahren: Wer eine prophetische Gabe hat, ist damit nicht aller Kritik enthoben. Im Gegenteil, die Bibel sagt, dass Prophetien von der Gemeinde geprüft werden müssen (1. Kor. 14,29)
(Dies wird und wurde von den Mormonen leider nicht getan, sie übernehmen brühwarm jeden Unsinn ihrer Propheten) Siehe den Brief über "Die Früchte der Propheten".
Gerade Menschen, die die prophetische Gabe noch nicht lange haben, fällt es oft schwer, zu unterscheiden, wer der Adressat ihrer Botschaft sein soll. sie selbst ihre Gemeinde oder eine andere Gruppe.
Wer diese Gabe praktiziert, muss sich eine solide Bibelkenntnis aneigen, um noch besser zwischen göttlicher Inspiration und eignen Gedanke unterscheiden zu lernen.

Joseph Smith und Brigham Young besassen  unzweifelhaft zu einem gewissen Grad die  Gabe der Prophezeiung. Das Unterscheidungsvermögen zwischen göttlicher und eigener Inspiration ist ihnen jedoch vollständig  abhanden gekommen. Sie haben sich zu sehr von der Schrift entfernt ohne selbstkritische Betrachtung ihrer Aussagen und Lehren.

Bestimmt fühlte Joseph Smith sich in seiner Rolle sehr mächtig und wurde von etlichen Menschen als Prophet angesehen. Am Ende musste er mit einem unrühmlichen Tod verursacht durch eine seiner falschen Lehren, und seiner Lebensweise, der Polygamie,  sein Leben frühzeitig lassen und von der Bühne gehen.

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