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Beitrag 17 von 42
zum Thema Ehebrecher und Böcke
Seite erstellt am 20.4.24 um 19:44 Uhr
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der Beitrag:
Verfasser: James
Datum: Montag, den 30. Juli 2001, um 7:31 Uhr
Betrifft: Es schlottern die Knie

Kosar schrieb (in dieser Mail und anderswo) u.a.:

>Mir ist aufgefallen, dass es sich bei vielen ausgetretenen Mormonen, die sich dann gegen die Kirche wenden, um Ehebrecher handelt. Ehebrecher, die ihre Sünden, durch vermehrte Gegenaktivität zu rechtfertigen versuchen.

Dies begründet sich auf? Deinen "persönlichen" Erfahrungen Deines persönlichen Dunstkreises?

>Ein Heilmittel für ihre kanken Seelen: Umkehr (=Buße)!!!!!
Bereuht eure Sünden, und bekehrt EUCH zu Christus!

Du hast vergessen Deine eindringliche Analyse und Bußpredigt in Namen Jesu Christi zu endigen und mit Vollmacht auszustatten.

>...die Wahrheit ist, dass ich Euch nicht verallgemeinert habe.
Ich schríeb VIELE und nícht ALLE! Und glaubt mir, ich kenne Namen, die ich aber nicht nennen werde, denn ich will kein Benzin in das Feuer schütten!

Nun schlottern endgültig die Knie, vor Angst vor solch aggressiver Autorität erzittern die morschen Knochen. Wer glaubt nicht solch tumber Drohung ("Herr Lehrer, Herr Lehrer, ich weiß was!") "Namen" zu nennen, die "Sünde seiner Mitmenschen aufzudecken", dabei aber "kein Benzin in das Feuer schütten" zu wollen. Das ist der Geist und Psyche der wirklich "kranken Seele" (um Dich selbst zu zitieren, da hilft übrigens nicht "Christus"), diese begegnet uns seit Jahrtausenden unter der Dunstglocke der Religion. Dies ist der Geist, der den nicht nur mit dem Feuer droht, der seine "Sünde" nicht "bekennt", sondern den Sünder sogar mit Benzin überschüttet, das Feuer schüren tut er selbst, den zündelden Streichholz jedoch stets von Handlangern setzen läßt. Was haben wir denn für größe Geheimnisse zu erwarten? Die geheimen sexuellen Praktiken, ob hetero- oder homosexuell? Die lesbischen nicht zu vergessen? Wer, wann, wo und nicht zu vergessen, wie, sich ehebrecherisch versündigt hat? Erfahren wir dann zum Schluß evtl. noch wie unser anonymer Schreiber sich seiner eigenen sexuellen Triebe und Wünsche selbstkasteit und ausgedeiht? Doch was soll schon unter anonymer (?) Decke hervorkriechen?

>Ich bin nur von einer ewigen Wahrheit überzeugt: Schlecht zu sein hat noch nie glücklich gemacht! Du weißt wo das steht.

Nur von dieser einen Wahrheit, bißchen wenig oder? Im selben Kapitel findet sich noch eine weitere "ewige Wahrheit":

>Denn das, was Du aussendest, das wird wieder zu dir zuzückkehren und wiederhergestellt werden; darum spricht das Wort Wiederherstellung den Sünder um so mehr schuldig und rechtfertig ihn überhaupt nicht.

Und da Du ja scheinbar selbst ohne Sünde bist, sonst würdest Du ja hier nicht mit verbalen "Steinen werfen" (was aber durchaus zu Deinem offenbarten Geiste paßt), kann zu Dir ja nichts "zurückkehren."

>Auch in der Kirche gibt es Lüstlinge, aber in anderen Religionen geht es teilweise noch wilder zu.

Das sagt nun was?

>Die meisten meiner Freunde sind auch Mitglieder anderer Religionen, und die bestätigen meine Meinung!

Was für eine Beweisführung. Die "bestätigen" Deine Meinung, daß es in Deiner Kirche "Lüstlinge" gibt? Erzähl mal etwas neues. Die "bestätigen", daß es in "anderen Religionen ... teilweise noch wilder zu(geht)"? Ach, was? In welchen, wann und wie denn, auch wenn nur "teilweise"?

Übrigens: Die meisten "meiner Freunde sind auch Mitglieder anderer Religionen", bestätigen jedoch nicht (!) immer unbedingt meine Meinung. Die meißten von denen sind nämlich der Meinung "Mormonen" wären eine Sekte und die meißten wären "gehirngewaschen", sie bräuchten die Kirche als "Krücke", Mormonen würden noch in "Polygamie" leben etc. Nun, so die meisten "meiner Freunde". Werden jedoch weniger im Laufe der Zeit, nicht die Freunde, sondern die Freunde die eine solch undifferenzierte Meinung haben.

So bleibt noch zu vorletzt die Frage, was Dich trollt voller vermeintlicher Autorität hier zu drohen, zur "Umkehr" zu rufen, sich zu "Christus" zu bekehren, und stets wiederholend (geistige Selbstbefriedigung?) von unterschwelliger Sexualität (Ehebruch etc.) schreibt?

Den "autoritären Charakater" beschreibt Erich Fromm (in: Die Furcht vor der Freiheit, Frankfurt a.M., 1980). Dieser handelt aus "Furcht vor der Freiheit." Ein solches Individuum flüchtet vor der wirklichen Freiheit und gibt seine Unabhängigkeit auf, unterwirft sich, um mit etwas außerhalb seiner selbst zu verschmelzen, um Stärke zu gewinnen, die ihm selbst fehlt. Es ist ein Mechanismus der Unterordnung und/oder Streben nach Beherrschung. Ein typisches Kennzeichen eines Masochisten. Dieser weist oft seine deutliche Abhängigkeit von Mächten außerhalb  seiner selbst, sprich anderen Menschen, Institutionen, sogar die Natur oder Gott, auf. Den Zusammenhang zwischen masochistischen Neigungen und der autoritäten Persönlichkeit hat S.L. Charme detailliert und treffend beschrieben:

>Der Masochist ist bereit, alle eigenen Entscheidungen, Verantwortung und Interessen zu opfern und durch die Unterwerfung unter eine größer Macht Sinn, Führung und Schutz zu gewinnen. Er identifiziert sich mit einer Person, die den Sinn seines Lebens definiert und das Prestige  und die Stärke bietet, die ihm als Individuum fehlen. ... Die Anziehungskraft vieler religiöser "Kulte" basiert auf einem vergleichbaren Vorgang. In den meisten Fällen opfert das Mitglied des Kults bereitwillig aller Spuren von Individualität in seinem Denken und seiner Persönlichkeit im Austausch gegen die Sicherheit und Macht, die ihm die Gruppe im allgemeinen und ihr Führer im besonderen gewähren. (Religion and the theory of masochism, in: Journal of Religion and Health 22 (1983), S.229)

Fromm wird noch deutlicher wenn er vom "autoritären Denken" schreibt:

>Es gibt kein anderes Glück (was auch immer die Frage beantwortet, warum Leute wie "Kosar" sich selbst "glücklich" preisen, stets hinterfragen ob der Andersdenkende "glücklich ist", jedoch nicht glauben wollen, besser (systemimmanent) können, daß ein unabhängiger Mensch "glücklich" sei; mein Zusatz) als die Unterwerfung unter diese Mächte. Die Ohnmacht des Menschen ist das Leitmotiv der masochistischen Weltanschauung ... Zu leiden ohne zu klagen, ist seine höchste Tugend - und nicht der Mut zum Versuch, das Leiden zu enden oder wenigstens zu mildern. Nicht das Schicksal zu ändern, sondern sich ihm zu unterwerfen macht den Heroismus des autoritären Charakters aus." (ebd., S.139f.)

Daher ist es selbstverständlich, daß dieser Charakter an konventionellen Wertvorstellungen festhält, andere versucht zu bedrohen ("Ich weiß ein Geheimnis") und zu bestrafen, die gegen diese "verstoßen"; sein Denken und Fühlen ist in starren Kategorien und stereotypen Vorstellungen gefangen. Begründet auch (lt. Fromm) in dessen:

>Impotenz ... wenn wir diesen Ausdruck einmal nicht auf die sexuelle Spähre beschränken, sondern ihn auf alle Bereiche menschlicher  Möglichkeiten ausdehnen wollen - führt zu sadistischem Streben nach Macht über andere. In dem Maße, in dem jemand potent ist, d.h. die Fähigkeit besitzt, seine Möglichkeiten auf der Grundlage der Freiheit und Integrität seines Selbst zu verwirklichen, hat er es nicht nötig, andere zu beherrschen und geht ihm die Lust an der Macht ab. Macht im Sinne von Beherrschung anderer ist die Perversion der schöpferischen Potenz ..." (ebd., S. 132f.)

Dies erklärt dann natürlich auch die Fixierung auf sexuelle Themen, wie sie in Deinen Mails auftaucht.

Bleibt zum Schlusse: Evtl. könntest Du "Ehebruch" definieren, Nur damit alle wissen wovon Du schreibst.

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