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Verfasser: Gipfelstürmer
Datum: Mittwoch, den 14. Januar 2009, um 16:42 Uhr
Betrifft: Antworten an ThePassenger

Hallo ThePassenger,

vielen Dank für Deine Fragen, die ich gerne beantworte: Ich nehme keine besondere Position in meiner Kirche ein, sondern halte mich für ein recht normales Mitglied im Mainstream. Meine kleinen Ehrenämter wechseln – wie bei den meisten meiner Glaubensgeschwister auch. Ich trage das Melchisedekische Priestertum und gehe regelmäßig in den Tempel, um mich dort zu besinnen und um aufzutanken. Mein Glaube basiert in erster Linie auf Jesus Christus. Er ist mein persönlicher Erlöser, weil ich mein Vertrauen voll und ganz in ihn setze. Ich bin der Überzeugung, dass die Wege des Herrn oft unergründlich sind und Er sich häufig sehr menschlicher Personen bedient, um seine Vorhaben zustande zu bringen (Mose, Paulus, Joseph Smith, …). An die Vorstellungen einzelner Personen innerhalb und außerhalb meiner Kirche, meinen Glauben auf ganz bestimmte Art interpretieren und leben zu müssen, fühle ich mich nicht gebunden. Einer meiner Leitsprüche stammt von Mutter Teresa: „If you pray, you will have faith. And if you have faith, you will love. And if you love, you will serve. And if you serve, you will have peace.” Ich glaube daran, dass der Zweck des Lebens im Einklang mit 2. Nephi 2: 25 darin besteht, diesen Frieden zu finden. Meine Kirche bietet mir persönlich trotz (oder wegen?) ihrer Mängel die ideale Gelegenheit, mich diesem ausgeglichenen Zustand über die von Mutter Teresa dargelegten Schritte zu nähern. Inwieweit ich diese Gelegenheit nutze, sei dahingestellt.

Deine Einstellung gegenüber Menschen mit gleichgeschlechtlicher Orientierung teile ich nicht. Ich lehne es ab, ganze Personengruppen pauschal mit negativen Attributen wie „verschlagen“, „egozentrisch“ oder „agitativ“ zu etikettieren. Es gibt in unserer Gesellschaft nach wie vor Anfeindungen gegen Menschen mit homosexuellen Neigungen. Auch gewalttätige Übergriffe kommen immer wieder vor. So etwas ist untragbar und hierfür fehlt mir jegliches Verständnis.

Was psychisch bzw. schizophren erkrankte Personen angeht, so gebe ich Dir Recht: Diese Gruppe hat auch meinem Eindruck nach keine gute Lobby. Natürlich gibt es innerhalb der HLT-Kirche auch viele Menschen, die im Umgang mit schizophren Erkrankten „ungeübt“ sind. Ich gehöre auf jeden Fall auch dazu. Zwar bin ich in dieser Sache sicher kein Experte, aber ich denke mal, dass sich die HLT-Kirche hinsichtlich ihrer Einstellung gegenüber diesen Menschen nicht wesentlich von vielen anderen christlichen und nicht-christlichen Religionen unterscheidet. In dem Artikel „Myths about Mental Illness“ von Alexander B. Morrison aus der Zeitschrift „Ensign“ (http://www.lds.org/ldsorg/v/index.jsp?vgnextoid=2354fccf2b7db010VgnVCM1000004d82620aRCRD&locale=0&sourceId=a9e72ee01e31c010VgnVCM1000004d82620a____&hideNav=1) wird klargestellt, was psychische Erkrankungen nicht sind (das Resultat von Sünde, ein Zeichen mangelnder Willenskraft, ein Zustand, der sich durch einen Priestertumssegen verändern lässt usw.). Ich denke, dass man sich in meiner Kirche recht gut um diese Personengruppe bemüht (siehe http://disabilities.lds.org/disabilities/eng/disability-list/mental-illness). Sie ist ein absolut gleichberechtigter Teil der Familie Gottes (auch wenn man von einem „normalen“ Mitglied nicht unbedingt erwarten kann, im Umgang mit schizophren Erkrankten stets „richtig“ zu reagieren).

Viele Grüße

Gipfelstürmer

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