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Verfasser: svenx
Datum: Dienstag, den 13. Januar 2009, um 10:21 Uhr
Betrifft: Fand deinen Text nicht reißerisch

Joseph war eben pragmatisch. Ich denke die Wahrheit liegt mal wieder in der Mitte zwischen dem was du denkst und dem was Manfred sagt. Joseph war jung, anscheinend attraktiv und charismatisch und kannte seine Wirkung auf Frauen (was meint ihr warum einige Elders im Apostelamt in Facebook mehr Fans haben als andere? Anziehungskraft ist etwas zutiefst menschliches).

Ich denke Joseph hatte schon eine sehr ausgeprägte, aber nicht unnatürlche Libido. Er erkannte, wie viele Männer auch, attraktive Frauen auf Anhieb und hatte auch die Möglichkeit sie zu bekommen.

Aber eines ist klar aus den Biografien von Josephs Frauen zu erkennen: er nutzte fast immer das Gesetz der Vielehe als Segen und als Drohung ein!

Eine seiner jungen Frauen, Lucy Walker z. B, deren Vater auf Mission war und sie sich einsam fühlte, nahm er in ein Interview und sagte, dass ihm vom Herrn aufgetragen sei, sie zu heiraten. Noch unter Schock nahm Lucy die Belehrung der celestialen Ehe etc. auf. Er forderte sie auf darüber zu beten und auf Antwort zu warten. Sie lehnte einige Tage später ab, daraufhin drehte er sich sehr charmant mit einem Lächeln im Gesicht um und erklärte ihr in einer Art visionärem Statement, dass sie die Bestätigung für die Richtigkeit der Lehre erhalten werde. Nach nochmaligem Beten fühlte sich Lucy warm ums Herz und wurde eine der geheimen Frauen von Joseph Smith.

In vielen der Fälle ist dann nicht mehr bekannt, wie die Ehe praktisch gelebt wurde. Man weiß nur, dass er seine Frauen immer wieder bei ihrem Familien besuchte, wenn es denn möglich war. Da alles geheim gehalten werden musste, vermute ich dass er schon die Hochzeitsnacht in vielen Fällen vollzog. Über dieses Dinge wurde in einer puritanisch geprägten Welt des 19. Jahrhunderts ja nicht gesprochen. Aber da es einen Grundsatz der ewigen Vermehrung gab, musste der Vollzug im Prinzip stattfinden.

Viele Teenagerträume junger Mädchen gingen mit der Polygamie komplett den Bach runter, wie in dem oben genannten Buch zu lesen ist. Die Frauen konnten ja nur in einer Art Schwesternschaft leben und viele bekamen ihrem Ehemann kaum zu Gesicht.

Also, alles in allem ein komplexes Thema. Aber eines ist klar, Joseph konnte die Frauen nur dazu bringen, in dem er Gehorsam und Erleuchtung abverlangte, denn der Vorgang war ja zutiefst unmoralisch in der damaligen Zeit.

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