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der Beitrag:
Verfasser: Sappho
Datum: Dienstag, den 13. Januar 2009, um 6:04 Uhr
Betrifft: Mein Bild von Old Joe Smith

> Der Stil Deines Textes kommt mir relativ reißerisch, verurteilend und überinterpretierend vor. Ich kenne jedenfalls keine einzige Veröffentlichung eines renommierten Religions- oder Geschichtswissenschaftlers an einer Universität, in der ein derart abstoßendes Bild von Joseph Smith gezeichnet und ein so hartes Urteil über ihn gefällt wird wie bei Dir. Du etwa?

Ja, ich kenne einen. Sogar ein Deutscher und ein Professor für Amerikanistik noch dazu. Er heißt Gert Raethel, und schrieb das Buch "Amerikas Heilige der Letzten Tage",in dem er mehrere mormonische Kurzbiographien niederschrieb.
Reißerisch, verurteilend und überinterpretierend? Guter Witz!!!
Das Material, das ich gesichtet habe bis jetzt, läßt keinen anderen Schluß zu, als das Joseph Smith, was das Thema Vielehe betrifft, ein sexuelles Monster war, dem JEDES Mittel Recht war, um das zu bekommen, was er wollte.
Und der sich nicht einmal an seine eigenen Regeln hielt.

> Ich frage mich, warum die Unterschiede zwischen den Veröffentlichungen von den Besten der Besten in ihrem Fach und von vielen der von Ex-Mitgliedern verfassten Texte in Büchern bzw. auf Internetseiten so krass ins Auge fallen. Liegt es daran, dass Shipps, Remini, Davies und andere nur Stroh im Kopf haben? Weisen sie so viel weniger wissenschaftliche Fachkompetenz auf als formal unqualifizierte Ex-Mormonen ohne jegliches Renommee? Ist ihre seriöse und von Achtung geprägte Herangehensweise ein Ausdruck dafür, dass sie zu blind sind, um die „Wahrheit“ zu erkennen? Haben sie nicht gut genug recherchiert, weil sie nicht wissen, wie’s geht? Haben sie sich ihre Auszeichnungen erschlichen? Haben sie sich ihre Doktortitel an der Columbia, an der Oxford oder an einer anderen renommierten Universität erkauft? Haben die besten Fachverlage ihre Werke veröffentlicht, obwohl darin nur Müll steht? Wurde die Berufung von Remini zum Historian of the United States House of Representatives über ein Losverfahren entschieden? Warum sind die Unterschiede zwischen den Bewertungen so groß?

Zunächst einmal ist jede(r) Author(in) eine eigene Persönlichkeit mit eigenem Blickwinkel. Ein Wissenschaftler geht an ein Thema anders ran als ein Betroffener. bewertet es auch anders.
Dann kommt es darauf an, für wen das Buch geschrieben wurde. Für andere Wissenschaftler, für religiös interessierte Menschen, die mehr über ihren Glauben, oder den anderer wissen wollen, oder die breite Masse?
Ich schreibe für die breite Masse, denn ich will viele errreichen!
Das meine Texte aber nicht immer so "reißerisch, verurteilend und überinterpretiert" von mir werden, zeigt dieses Beispiel aus meinem Manuskript:

Joseph Smith als Kind

Die frühen Jahre

Joseph Smith war ein Amerikaner der 6. Generation, deren Vorfahren im 17. Jahrhundert, vermutlich aus England oder Irland, in die Neue Welt kamen.
Die Eltern von Joseph Smith, Joseph Smith Senior und Lucy Mack Smith, hatten in Tunbridge im Jahr 1796 die Ehe geschlossen. Beide waren gläubig, und arbeiteten hart auf dem kargen Land, das er bald verlor. Es folgten weitere finanzielle Rückschläge. Oft zog die Familie um, weil der Vater sich in verschiedenen Berufen versuchte, jedoch jedes Mal erfolglos blieb.
Dann wurde Joseph Smith am 23. Dezember 1805 in Sharon, Vermont als fünftes von insgesamt elf Kindern geboren. Er wurde nach seinem Vater genannt, was damals oft geschah. In der Reihenfolge der Geburt aufgezählt, gab es in der Familie Smith folgende Kinder.

1.      Ein namenloser Sohn, der unmittelbar nach der Geburt starb.
2.      Alvin
3.      Hyrum
4.      Sophronia
5.      Joseph jun.
6.      Samuel
7.      Ephraim (er überlebte keine zwei Wochen nach der Geburt)
8.      William
9.      Katharine
10.      Don Carlos
11.      Lucy (benannt nach der Mutter)

Als Joseph Smith etwa sieben Jahre alt war, grassierte in West Lebanon, New Hampshire, wo die Familie Smith damals lebte, eine Typhusepidemie, an der auch alle Kinder der Familie Smith erkrankten. Während die anderen Kinder sich ohne große Komplikationen erholten, entwickelte sich im linken Bein von Joseph Smith jun. eine Entzündung. Dr. Nathan Smith von der medizinischen Fakultät aus Hanover, New Hampshire, wollte mit einer damals neuartigen Operationsmethode versuchen, das Bein unter Narkose des Jungen zu retten. Diese Narkose wurde damals mit Alkohol gegeben, da Äther oder Chloroform noch unbekannt waren.
Laut den Berichten der Kirchengeschichtsschreiber, soll Joseph Smith es abgelehnt haben, Alkohol zu trinken um sich zu betäuben, und wollte stattdessen von seinem Vater nur im Arm gehalten werden. „Tapfer“ soll er so diese Operation ohne Narkose durchgestanden haben.
Es ist schwer zu glauben, dass eine so schmerzhafte Operation ohne Narkose durchgestanden wurde. Aber gut, da keine gegenteiligen Beweise vorliegen, nehmen wir einmal zu Gunsten von Joseph Smith an, dass sich alles so zugetragen hatte.
Armut und Träume, schnell reich zu werden, bestimmten die Kindheit von Joseph Smith. Gepaart mit den Geschichten seiner Mutter von Geistererscheinungen und anderen okkulten Themen, wie Wünschelrutengänge um Wasseradern oder Schätze zu finden, eine gefährliche Mischung, aus der schon manche Religion entstand.

Damit beginnt, nach dem Vorwort, mein Manuskript. Eine Beschreibung, die auch andere mehr oder weniger teilen, sogar manche Religionswissenschaftler.

> Ich will Dich dennoch nicht verletzen. Aber es wäre aus meiner Sicht sehr schade, wenn Dein Buch aufgrund einer offensichtlichen Voreingenommenheit viel an Glaubwürdigkeit verlieren und im Wesentlichen nur bei ernüchterten oder verbitterten Ex-Mormonen Anerkennung finden würde.

Mir geht es nicht um "Anerkennung" von irgendeiner Seite, sondern darum, aufzuklären. bei den Zitaten habe ich die Quellen IMMER angegeben, auch die, die ich aus dem Internet habe. Ein Beispiel:

"Ich wurde 1845 mit Heber C. Kimball verheiratet, ... Ich heiratete im Tempel, ... Ich fragte Mr. Kimball nie wie viel Frauen er gehabt hat, als ich ihn heiratete. Ich weiß nicht wie viele Frauen er neben mir gehabt hatte, nachdem wir geheiratet hatten. Ich habe ihn nie danach gefragt ob es neben mir noch andere gab. Es gab keine Liebe in der Verbindung zwischen Kimball und mir und es liegt alleine an mir, ob es irgendeine Umwerbung gab oder nicht." (Temple Lot Case, S.375, zitiert in Mormonism - Shadow or Reality von Jerald and Sandra Tanner, S.209 Quellzitat: http://www.mormonismus-online.de/index.php?inc=body_polygamie.htm&nav=8)

So kann jeder Mensch selbst nachforschen, und sich eine eigene Meinung bilden! Und das finde ich entscheidend bei der Auseinandersetzung mit demMormonismus!

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