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Seite erstellt am 15.4.24 um 8:50 Uhr
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der Beitrag:
Verfasser: Rainer
Datum: Sonntag, den 23. November 2008, um 22:24 Uhr
Betrifft: Geld wirksamer als Gebete?

>Infolge dieser Diskussion werden unsere Schwestern und Brüder in Amerika verstärkt bedrängt. Eine gute Möglichkeit für uns sie zu unterstützen ist es, sie in unsere Gebete einzuschließen.

Das bringt mich auf eine Frage, die ich mir sowieso schon die ganze Zeit stelle. Warum hat man in Bezug auf Prop.8 nicht auch einfach auf die Macht des Gebets vertraut? Statt dessen hat man offenbar mehr auf die Macht von 20 Mio$ vertraut.

Selbst wenn dieses Geld nicht direkt aus Zehntengeldern stammt, handelt es sich doch um Kirchengelder und ich frage mich, ob das auch im Sinne der Kirchenmitglieder ist, die für das Geld, das sie ’dem Herrn geben’, z. T. große Verzichte im Leben hinnehmen müssen (ich erinnere an die Zeit, als auf Weisung des Gebietspräsidenten auch von Sozialhilfeempfängern das Zahlen des Zehnten verlangt wurde).

Kürzlich bekam ich eine Mail mit Fotos vom Austausch des Engel Moroni am Frankfurter Tempel. In dieser Mail gab es eine Aussage, die mir beim Lesen so ein komisches Gefühl in der Magengegend bereitet hat: der andere wäre ja schließlich auch schon mit Grünspan und anderen Dingen bedeckt gewesen

Das Problem ist offenbar, dass viele Mitglieder so sehr auf die Kirchenführer vertrauen, dass sie sich gar nicht viel eigenen Gedanken darüber machen, ob das gespendete Geld wirklich für sinnvolle Dinge verwendet wird. Ist ja auch nicht so einfach möglich, da die Kirche darüber ja keine Details veröffentlich. Und wenn dann, wie jetzt geschehen, das Geld für einen sehr zweifelhaften Zweck eingesetzt wird, legt man sich allerlei Erklärungen zurecht, um das zu rechtfertigen.

Hätte ich nicht bereits vor 6 Jahren mit dem Zehntenzahlen aufgehört, dies wäre jetzt sicher der Zeitpunkt für mich gewesen. Ich möchte allen Mitgliedern der Kirche nahelegen, ernsthaft darüber nachzudenken, ob es das ist, was sie mit ihrem Geld unterstützen wollen. Ich bin froh, dass ich heute frei entscheiden kann, wie ich mein Geld einsetze. Es sind sicher keine 10% mehr, die ich an Spenden leiste, aber von dem, was ich gebe, weiß ich ziemlich sicher, dass es dort ankommt, wo Hilfe gebraucht wird.

Ich glaube, für mich ist jetzt die Zeit reif, auch den letzten Schritt noch zu gehen und meinen Austritt aus der Mormonenkirche zu vollziehen.

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