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Verfasser: Trzoska
Datum: Freitag, den 13. April 2007, um 23:16 Uhr
Betrifft: Hare Krshna

Bhakti-Yoga ist, so wie ich es verstanden habe, die Form des Yoga, die glaubt durch Taten (praktische Nächstenliebe, Singen und Tanzen, Missionieren) weiter zu kommen. Na ja, was mich am meisten am Hinduismus stört, ist das Kastensystem, sonst könnte ich mir vorstellen, dass ich dort auch ein Plätzchen gefunden hätte. Ich hätte mich aber keiner vorgefassten Form unterordnen können, sondern wäre lieber frei geblieben und wäre meinen eigenen Weg gegangen, was ich ja eigentlich auch tue und du auch.
Eine Begebenheit ist mir hängen geblieben, als damals in den 60ern oder noch früher ein Europäer einen Sadhu oder Yogi aufsuchte, um sein Schüler zu werden. Dieser wies ihn ab und sagte, er solle zurück gehen und das Wissen seiner Gesellschaft und der Wissenschaften in sich aufnehmen, und dann solle er zurück kommen. Das fand ich gut. Hinduismus und Buddhismus haben keine Probleme, mit Wissenschaft Hand in Hand zu gehen, aber die westlichen Religionen sind durch die Bibel verkorkst, und wenn dann noch nicht mal etwas hinzugefügt werden darf, ist die geistige Armut besiegelt.
Beeindruckend fand ich auch die Zeitrechnung und die genaue Platzierung unserer Erde im Zeitablauf, demnach befinden wir uns erst am Anfang der Menschheits- und Erdgeschichte und Weltuntergänge sind noch lange nicht in Sicht. Dafür kommt aber Krshna alle 5000 Jahre auf die Erde, um den Menschen "Grießech mitenand" zu sagen. Na, das ist doch nett von dem Gott.
Ein weiterer Fortschritt gegenüber der christlichen Denke ist, dass sie die Göttin Kali ebenso verehren, wie alle anderen, und nicht verachten, weil ihre Aufgabe das Menschenfressen ist. Sie ist als Göttin des Todes und des Tötens ein notwendiges Element im ewigen Kreislauf und wird deswegen nicht verachtet und zum Teufel gemacht.
Dennoch würde ich nie das Hindudenken aufnehmen können, eher geht es mir wie Gautama Buddha, der seinen Weg suchte. Und dennoch folge ich nicht Gautama nach, obwohl ich viele Prinzipien als richtig erkenne.
Ich denke eher, dass jeder SEINEN Weg selbst entdecken und gehen muss. Es gibt so etwas wie "Erleuchtung". Einmal erfahren, versteht man ein ewiges Prinzip und muss nicht mehr nachplappern und nachäffen. Man kann sie nicht erzwingen, aber sie kommt unverhofft, wenn man fleißig sucht, auch öfter, alle paar Jahre mal, und... vielleicht ist sogar ein Dauerzustand möglich. Dieses Prinzip scheint sogar eine Amöbe zu beherrschen, Konzentration und Entspannung, Fressen und Gefressenwerden, Wille und Sehnsucht; könnte man wahrscheinlich alles auch chemisch ausdrücken.
Gelassenheit - Urvertrauen (meinetwegen Gottvertrauen) - Geduld (möglichst endlos) - Wissensdurst - Ängste verlieren, indem man mutig immer mehr (unverkrampft und gelassen) aushält, wovor man Angst hat - Herzschmerz genießen - lernen, frei im Unversum zu schweben - totale Entspannung - bis an die Grenzen denken lernen - NICHTS denken üben usw... und so steigt man ganz locker in sein Grab und legt den Bauch in Falten, den Blick ins endlose Nichts gerichtet und mit Glück erfüllt...
Ich gehe mal was Leckeres naschen...

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