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Verfasser: Hexe
Datum: Mittwoch, den 28. September 2005, um 13:46 Uhr
Betrifft: Mormonen und Judentum

Auf dieses Thema kam ich, als ich vor einer Woche bei der jüdischen Hochzeit eines sehr lieben schwulen Freundes in einer Reformgemeinde war. Hier dürfen, im Gegensatz zu konservativen oder orthodoxen Gemeinden, Frauen Rabbinerinnen werden, und Homosexuelle heiraten. Die räumlische Trennung, wie im orthodoxen Judentum (hier sitzen Frauen auf der Empore, während Männer unten vor der Thorarolle sitzen, die sie alleine berühren und lesen dürfen), kennen Reformgemeinden nicht!
Im Judentum geht es darum, Fragen zu stellen, und Antworten zu finden, wobei die Kommentare früherer Rabbiner zu Rate gezogen werden. Aber auch eigene Gedanken und Lösungen sind möglich, vor allem, wenn es sich um Fragen handelt, die von der Mischna oder der Kaschrut (jüdische Speisevorschriften) nicht eindeutig behandelt wurden. Auch Fragen um die Schabbatsegnung (traditionell die Aufgabe der Frau), und des Schabbat (was getan werden darf und was nicht) können moderad gesehen werden, je nach religiöser Ausprägung.
Fällt euch schon auf, welche Unterschiede zwischen Judentum und Mormonentum besteht?
Hier größere Freiheit als dort! Ein Jude, der von einer orthodoxen Gemeinde in eine Reformgemeinde wechselt, ist immer noch ein Jude! Ein Mormone, der von der HLT in die “Gemeinschaft Christi” (früher Reorganisierte Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage) wechselt, gilt bei der HLT nicht mehr als Mormone.
Mormonen haben das Judentum in ihrer Kirche nich integriert sondern ursupiert! Sie bezeichnen sich in typischer fundamentalistischer Überheblichkeit als die “besseren”, die “wahren” Juden!
Während der Nazidiktatur gab es sowohl Fälle von versteckten jüdischen Mitgliedern als auch von an die Gestapo verratenen jüdischen Mitgliedern. Eine wenig bekannte Tatsache sind jedoch die Fälle von “Bekehrungsehen”, von denen es vor allem im früheren Ostpreußen einige Fälle zu berichten gibt (darunter auch Verwandte). Ich bezweifle, das viele dieser “Ehen” aus Liebe geschlossen wurden (zumindest vom jüdischem Teil), denn nach dem Krieg wurden etwa 30 % der Ehen wieder geschieden (persönliche Schätzung, basierend auf einen Artikel in der “Jüdischen Allgemeine”, eine jüdische deutsche Wochenzeitung, der sich auf katholische und protestantische “Ehen” bezog)).
Mormonische Missionare sind in Israel übrigens nicht erlaubt, weswegen die Kirche versucht, durch die Hintertür (sprich, ein College der BYU) Missionsarbeit zu machen, was orthodoxe Juden in einem Spiegel- Artikel aus dem Jahre 1995 dazu brachte, per Gesetz die Mormonen verbieten zu wollen, was nicht gelang.
Was wißt Ihr über das Verhältnis der Mormonen zum Judentum?

Hexe

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www.mormonentum.de