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Verfasser: Renate
Datum: Freitag, den 16. September 2005, um 13:43 Uhr
Betrifft: Tempelinterview zum Zehnten

> Das bedeutet also, dass es ausreicht, den Netto-Zehnten zu zahlen. Sollte man einen Tempelzugangsschein erhalten bei Netto-Zehntenzahlung erhalten, dann wäre die die Nettozahlung zwar nicht unbedingt erwünscht aber geduldet. Und weiter würde das bedeuten, dass man sehr wohl einen Spielraum hat, wieviel Zehnt man zahlt um die Mindestvoraussetzungen für eine mormonische Erlösung zu erfüllen.

Die Frage im Tempelinterview lautet:

"Zahlen Sie den Zehnten voll?"

Wie schon Martin angedeutet hat, könnte jeder nach eigenem Ermessen entscheiden, ob er den Zehnten "voll" zahlt oder nicht. Da aber viele Mitglieder niemals so frei denken und entscheiden, sondern den Bischof fragen, wie der Zehnte nun zu verstehen sei, liegt es letzlich an seiner Sicht der Dinge. Manche Autoritäten geben sich allein mit der Beantwortung der Frage zufrieden, andere haken nach und manipulieren in Richtung Brutto-Zehnten. Die, die auf der Strecke bleiben, sind wie immer die einfachen und ehrlichen Mitglieder, die, die ihren Glauben sehr ernst nehmen und bei allem, was sie nicht so genau verstehen, völlig den Kirchen-Autoritäten vertrauen. Dies geschieht meist aus der Sorge heraus, dem Willen Gottes nicht ausreichend zu folgen und aus der Überzeugung, dass die (von Gott) ordinierten Autoritäten es einfach besser wissen, da sie ja den besseren Draht zu Gott haben und sein Vertrauen besitzen.

> Außerdem: auch ein Netto Segen ist doch besser als gar kein Segen! Dies bißchen Abzug vom Gesamtsegen kann man doch getrost hinnehmen, vor allem wenn man überlegt, dass der Bruttosegen bei ärmeren und kinderreichen Familien oft mals ganz ausbleibt. Denn diese Familien zahlen über Jahre Zent und nie kommen finanzielle Segnungen zurück. Schon komisch...

Ich habe Mitglieder erlebt, die jeden Tag, an dem ihnen kein Unglück zugestoßen ist, als Segen empfunden haben, als Segen für ihren Gehorsam. Deshalb waren sie davon überzeugt, dass auch der Zehnte Segen bringt. Z.B. eine Mindestrentnerin, die Angst davor hatte, plötzlich mit einer größeren Zahlung konfrontiert zu werden, die sie sich nicht leisten konnte. Dafür nahm sie in Kauf, dass sie manchmal kaum etwas zu essen hatte, wenn sie den Zehnten zahlte, aber sie hoffte auf den Segen, dass ihr nichts Schlimmeres zustoßen würde. Wie gesagt, es sind immer die Treugläubigen, die bei dieser Kirchenpolitik den "Schwarzen Peter" ziehen. Genau das ist es, was ich kritisiere. Denn wer es sich nach eigenem Ermessen richtet, dem geht es sicher nicht schlecht in der Kirche. Die Organisation aber, toleriert nicht nur die Manipulation der Treugläubigen, sie fördert sie auch, indem sie ihren Autoritäten Richtlinien vorgibt, wie einfache Mitglieder zu behandeln sind, damit sie Vertrauen aufbauen können. In Ansprachen der General-Autoritäten wimmelt es nur so von Manipulation. Besonders widerlich finde ich die zeugnisstärkenden Geschichtchen, die als persönliche Erlebnisse der jeweiligen GA dargestellt werden, etc, etc...

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