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Seite erstellt am 11.8.22 um 22:42 Uhr
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Verfasser: Renate
Datum: Mittwoch, den 27. April 2005, um 20:13 Uhr
Betrifft: Ausbeutung des Mitglieds

> Wenn ich mich selbst da wohl fühle, aber von den Mitgliedern mehr oder weniger hinaus geekelt werde, dann kann ich mir gut vvorstellen das man dann depressiv wird.

Ja sicher, nur würde ich mir da auch darüber Gedanken machen, warum das so ist. Bin ich zu wenig angepasst? Passt mir der Schuh also nicht? Warum ist das so? Verlangen die eine Verleumdung meiner Persönlichkeit um mich annehmen zu können? Kann das richtig sein? Was steckt dahinter? Wieso wollen sie mich umpolen? Das wären in etwa die Fragen, die ich mir stellen würde. Das schafft ein Hineingeborener natürlich nicht so einfach. Er kennt - wie gesagt - die Alternativen nicht.

> In Utah sieht das vielleicht anders aus, da sind doch hauptsächlich "hineingeborene" Mitglieder depressiv. Meisten doch aus dem Grund, weil sie erkennen, das das alles um sie herum nur Schein und nicht Sein ist. Sie sehen aber oft keinen Weg aus diesem Teufelskreis.

Das ist leider nicht nur in Utah so, auch in Europa gibt es mittlerweile mehrere Generationen an Mitgliedern. Ich denke, dass da vor allem die Frauen besonders betroffen sind. Sie werden dazu erzogen, ihr Lebensziel in der Gründung einer Familie zu sehen, sich selbst und ihre Bedürfnisse hintenanzustellen, Kinder zu gebären, die Familie zusammenzuhalten, sich innerhalb der Kirche sozial zu engagieren, dem Ehemann den Rücken zu stärken, sich aufzuopfern. Manche schaffen das und haben auch noch Spaß daran, aber man kann eben nicht alle Menschen über einen Kamm scheren. Viele zerbrechen daran. Darin liegt die Verantwortung einer totalitären Organisation. Weibliche Mitglieder einer solchen wissen, dass sie Menschen zweiter Klasse sind, wenn sie keine Ehe eingehen. In der HLT-Kirche wissen sie, dass sie ohne Priestertumsträger an ihrer Seite keine gesicherte Chance haben in den Himmel zu kommen und den höchsten Stand zu erreichen. Sie werden aufgefordert, die Familie vor Ausbildung und Karriere zu stellen, sich vom Ehemann abhängig zu machen. Dies alles kann sehr schnell zur Überforderung und zu tiefen Depressionen führen.

Aber auch die männlichen Mitglieder, die 100% dabei sind, geben oft mehr als ihr Potenzial hergibt. Nicht jeder Mann ist dazu geeignet, der Manager eines Kleinbetriebes - sprich Familie -  zu sein, und nebenbei Erfolg im Beruf und intensives Engagement in der Kirche zu bringen. Doch laut HLT-Lehre muss das jeder einzelne schaffen, wenn er demütig genug ist. Ich persönlich kenne ein männliches Mitglied der NAK, das aus genau diesen Gründen ernstzunehmende gesundheitliche Probleme hat. Seine Frau macht sich zwar Sorgen, aber nimmt es als gottesgewollt, falls ihm etwas zustoßen sollte. Denn sie kennt verschiedene solche Fälle innerhalb ihrer Gemeinde. Dieser Faden der Gehorsamkeit und Ausbeutung zieht sich durch alle Sekten. Aber wenn man hineingeboren wird, dann kann man das schwer durchschauen, Zweifel sind nicht erlaubt und werden als Schwäche und Versagen gedeutet. Wer will schon ein Versager sein? Es ist ein Teufelskreis.

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