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Verfasser: lennard
Datum: Montag, den 6. Dezember 2004, um 17:50 Uhr
Betrifft: Das Tier Mensch

>Ich weiß nicht, warum Sektenmitglieder immer alles schlecht reden müssen, nur weil es Menschen gibt, die künstliche Einschränkungen nicht brauchen und ganz normal und gut leben.

Es ist schon seltsam, wie die Mormonen mithilfe ihres umfangreichen Ge– und Verbotskataloges versuchen, das „tierische" aus dem Menschen zu vertreiben. Ziel ist es doch, letztlich ein Mensch zu werden, dem ein Großteil von körperlichen Empfindungen verschlossen bleiben soll, was jedoch kaum gelingen kann. Unter dem Begriff „tierisch" verstehe ich vor allem das Triebhafte in uns, welches zunächst wohl kaum dem Willen unterworfen ist. Man könnte es auch die Urinstinkte des Menschen nennen, die sich über Jahrtausende im Wege der Evolution gebildet haben.
Und genau diese Urinstinkte sind den Mormonen ein Dorn im Auge. Warum? Die Antwort ist relativ einfach. Mormonen und vielen anderen Religionen bzw. Weltanschauungen ist es wichtig, den Menschen vom Tier abzugrenzen. Dies geschieht zunächst dadurch, dass solche Gruppierungen vehement bestreiten, dass sich der Mensch aus dem Tier entwickelt hat. Folglich wird zunächst einmal alles abgelehnt, was mit Evolution und Ähnlichem verbunden ist.
Außerdem ist das Streben nach vermeintlicher Perfektion für die Mormonen ein Grund, alles „tierische“ abzulegen. Das Tier ist ja nur eine niedere Kreatur, während der Mensch die höhere Schöpfung darstellt, so wird typischerweise argumentiert.
Entscheidend ist auch die Ansicht der Kirchenführer, je weniger Geld die Mitglieder für Genussmittel und vergleichbares Ausgeben, desto mehr Geld haben die Mitglieder zur Verfügung, und sie sind eher bereit etwas davon der Kirche zu spenden sowie den Zehnt zu entrichten.
Weiterhin führen diese Einschränkungen der Lebensqualität aufgrund der zahlreichen Ge- und Verbote dazu, dass die Mitglieder mehr Zeit für kirchliche Aktivitäten haben. Man trifft sich ja nicht in der Kneipe am Wochenende.
Insbesondere für Jugendliche sehe ich eine ernste Gefahr für eine normale gesellschaftliche Entwicklung. Typischer Weise führt doch die strikte Befolgung der Gebote bei Jugendlichen zu einer sozialen Vereinsamung. Der sich noch in Entwicklung befindende Jugendliche wird sich nur noch innerhalb der Sekte zurechtfinden, während er in der wirklichen Welt stets als Sonderling gelten wird.

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