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Seite erstellt am 29.6.22 um 21:46 Uhr
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der Beitrag:
Verfasser: heber
Datum: Sonntag, den 22. Februar 2004, um 23:50 Uhr
Betrifft: Mormonenbischof ist nicht gleich Pfarrer !!!!!

> Die einfachste Möglichkeit des Ausstiegs ist einfach nicht mehr hinzugehen und dem Bischof (entspricht einem Pfarrer) mitzuteilen, dass man künftig in Ruhe gelassen zu werden wünscht.

Entschuldige bitte, dass ich so spitzfindig bin, aber ein Bischof der Mormonensekte  ist alles andere als ein Pfarrer!

Ein Pfarrer absolviert ein mehrjähriges Hochschulstudium, bei dem er außer den drei biblischen Sprachen (Hebräisch, Griechisch und Latein) Wissenschaftliches Fachwissen der Bereiche Kirchen- und Religionsgeschichte, Alt- und Neutestamentliche Wisenschaft, Judaistik, Ökumene und Konfessionskunde, Territorialkirchengeschichte, Systematische Theologie, Religions- und Kirchensoziologie, Religionspädagogik, Psychologie, Philosophie, praktische Theologie/ Seelsorge und Liturgie zu erwerben und durch mehrere abschließende Examen unter Beweis zu stellen hat.
Dannach absolviert er einige Jahre als Reverrent o.ä. in einer Kirchgemeinde, bevor erwogen wird, ob er Pfarrer sein darf oder nicht. Letztendlich spricht die Gemeinde bei seiner Wahl ein entscheidendes Wörtchen mit, und sein Handeln untersteht der ständigen Kontrolle staatlichen und kirchlichen Rechts.

Ein Mormonenbischof benötigt zur Ausübung seines Amtes innerhalb der Mormonensekte keinerlei Qualifikation im Rahmen einer pädagogischen, sozialwissenschaftlichen, psychologischen oder theologischen Ausbildung. Obwohl er die seelsorgerische Verantwortung über Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene übernimmt, die vom Gesetzesgeber her des besonderen Schutzes und der Führsorge durch ausgebildete Personen bedürfen, ist er in der Regel in diesen Bereichen ungebildeter als jeder Lehramts-Studiumsabrecher. Jede/r KindergärtnerIn, SozialarbeiterIn - ja sogar jeder Stadt- und Museumsführer hat eine professionellere pädagogische, psychologische oder soziologische Ausbildung zu haben, als ein aus spiritueller Anmaßung heraus ernannter Mormonenbischof.

Während ein Mormonenbischof vollkommen willkürlich und unkontrolliert mit seinen Schäfchen während des Tempelinterviews über sehr persönliche Angelegenheiten seiner Schutzbefohlenen (seien es Kinder, Jugendliche, Erwachsene oder Ältere Menschen) schwatzen kann und ihnen dabei Einzelhalten ihres Sexual- und Privatlebens entlocken darf und sogar soll, würden Pfarrer, falls sie sich solche Gespräche wagen sollten, juristisch zur Verantwortung gezogen werden.
Es ist einem Pfarrer zu keinem Zeitpunkt seiner Amtsführung gestattet, Kirchenmitglieder von sich aus persönlich und allein zu interviewen und Fragen zu deren Verhalten in jeglicher Hinsicht zu stellen.

Während ein Pfarrer in der Lage sein muss, von einem originalem Bibelfragment in hebräisch oder einer anderen alten Sprache, eine historisch, theologisch fundierte Übersetzung zu schreiben, braucht ein Mormonenbischof keinerlei historische oder wissenschaftliche Kentnisse von den Texten haben, mit denen er umgeht. Dass soll er auch nicht, sonst würde es ihm, angesichts der unendlichen vielen Ungereimtheiten seines frei erfundenen Buch Mormons gleich die Sprache verschlagen.

Während ein Pfarrer sich für sein Reden und Tun verantworten muss, und das vor dem Gesetz sogar in besonderer Weise, erhält ein Mormonenbischof als angeblich von Gott persönlich ausgewählter Vertreter SEINER SELBST, von vornherein die Absolution für sein Handeln. Seinen Bischof zu kritisieren ist für einem Mormonen ebenso ketzerisch, wie ein wissenschaftliches Buch über seine "Religionsgemeinschaft" zu lesen.
Allein der Fakt, dass ein Mormonenbischof es sich anmaßt Gottes Vertreter auf Erden zu sein, macht ihn hochgradig unmenschlich.

Summa sumarum: Einen Mormonenbischof einen Pfarrer gleich zu stellen, ist nicht nur Äpfel mit Birnen zu vergleichen, sondern es ist auch das oberflächliche Übertünchen des wesentlichen Unterschieds zwischen einer Kirche, in der ein Pfarrer tätig ist und einer Sekte in der ein Mormone sich das Bischofsamt anmaßt:
Professionalität und soziale Verantwortung.
Beides fehlt der Mormonensekte ebenso wie die Gegenwart Gottes.

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